Bereits vier beschädigt oder verschwunden

Schilder werden geklaut und zerstört: Rettet die Rettungspunkte

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Rettungspunkt Nummer 31 bei Grünewald nahe der Stadtgrenze zu Lüdenscheid. Die Angabe von Ort und Nummer führt Rettungskräfte direkt zum möglichen Unfallort.

Halver - „Da habe ich schon Gänsehaut gehabt.“ Das sagt Astrid Becker im Rückblick auf den Sommer 2017. Da waren die ersten Rettungspunkte erst wenige Wochen alt. Und schon in zwei Fällen konnten Hilfskräfte mithilfe der Schilder zum Unfallort gelotst werden.

Es ist eigentlich eine Privatinitiative, die mit Sponsorenmitteln und viel ehrenamtlichem Einsatz dafür gesorgt hat, dass weite Teile des Halveraner Stadtgebiets im Außenbereich mit den Schildern ausgestattet sind. Die Nummern auf den Schildern sind mit den Koordinaten des Standorts in der Leitstelle der Feuerwehr hinterlegt. 

Auch Ortsunkundige können so im Notfall recht präzise angeben, wo sie sich gerade befinden. Und der Disponent in Lüdenscheid weiß, wie Zuwegung und Anfahrtsmöglichkeiten für RTW, KTW oder Notarzt sind.

Zwei Mountainbiker werden gerettet 

Für die beiden jugendlichen Mountainbiker aus Breckerfeld war das letztes Jahr ganz hilfreich. Auf einem Gefällestück am ehemaligen Bahndamm Richtung Anschlag war einer gestürzt. Die Schulter war gebrochen, wie sich hinterher herausstellte. 

Im Zusammenspiel der Rettungskräfte und anhand des Schildes Nummer 46 konnten sie Hilfe anfordern. Das Schlechte daran: Das Schild Nummer 46 ist jetzt weg, „ausgerechnet an der gut frequentierten Trasse“, ärgert sich Astrid Becker. 

Müllhalde am Wanderparkplatz bei Oeckinghausen. Nahe den Haufen von Abfall, Autoreifen und Badezimmereinrichtung ist der Standort für ein Rettungsschild nicht ideal.

Und es ist eines von zurzeit vieren, die beschädigt wurden oder ganz verschwunden sind. Die Nummer 47 an der Stichter Heide wurde vermutlich am Vatertag zerstört, in Kamscheid am Windrad ist es „mit Stumpf und Stiel verschwunden“, ebenso die Nummer 21 am Deutschen Eck, dem Wanderparkplatz an der B 229 bei Oeckinghausen. 

20 Blanko-Schilder in Reserve

Insgesamt 60 Schilder waren im vergangenen Jahr in den Boden gebracht worden. Weitere sollen noch folgen, um die Dichte und damit die Sicherheit der Wanderer weiter zu erhöhen. Doch das Aufstellen und ebenso der Ersatz für die zerstörten oder verschwundenen Rettungspunkt gestalte sich derzeit schwierig, weiß Astrid Becker. Im knochentrockenen Boden sei es kaum möglich, die nötigen Pfähle in den Boden zu bekommen. 20 Blanko-Schilder hat sie noch in Reserve. 

Dass Halver über dieses Netz verfügt, hat mit der Idee zu tun, die Astrid Becker von auswärts übernommen hat und die sich auch hier umgesetzt hat und weiter umsetzen wird. 

Rund 900 Euro Sponsorenmittel 

Mit im Boot sind Revierförster Ulrich Ackfeld mit seiner Ortskenntnis, Feuerwehrmann Reiner Clever und Friedhelm Nüsken aus dem SGV-Vorstandsteam. Rund 900 Euro mussten sie an Sponsorenmitteln für das Projekt einwerben, „und wir haben keinen einzigen Korb bekommen“, sagt Astrid Becker. Der Verein Heesfelder Mühle, die Sparkasse Lüdenscheid, die Firma Springtec Nüsken, die Druckerei Müller und der Weihnachtsbaumhof Tacke beteiligten sich. In der Praxis war es dann die Feuerwehr, die mit Lkw, Hänger und Holzhammer in den Wald ausrückte, um die nötigen Pfosten zu setzen.

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