Bedarf steigt

Schulbegleiter gesucht - an fünf Schulen im MK

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Mehr als 120 Schulbegleiter sind für zahlreiche Schüler im Märkischen Kreis im Einsatz.

Halver/Meinerzhagen - Der Bedarf an Schulbegleitern im Märkischen Kreis und darüber hinaus wird immer größer. Derzeit sind mehr als 120 solcher Helfer in der Region unterwegs. Doch das ist nicht genug.

Die Lebenshilfe Lüdenscheid ist zuständig für die Suche und das Einsetzen von Schulbegleitern im Märkischen Kreis. 

Aktuell suchen Katrin Soennecken, Leiterin des Bereichs Schulgebleitung und Hilfen zur Erziehung bei der Lebenshilfe, und ihr Team Schulbegleiter für Schüler an fünf verschiedenen Schulen. 

Was ist ein Schulbegleiter? 

„Kinder mit einer Beeinträchtigung bekommen einen Schulbegleiter“, sagt Katrin Soennecken. Dabei handele es sich um Kinder mit einer Behinderung oder Kinder, die von einer Behinderung bedroht seien. Mithilfe eines Schulbegleiters können diese Schulkinder am Unterricht teilnehmen. Die Unterstützung durch den Schulbegleiter ist vielfältig. Das können ganz „banale Dinge“ sein, wie Soennecken verrät. „Das Tragen der Tasche oder Hilfe beim Gang zur Toilette.“ 

Die Begleitung und Orientierung im Schulalltag sowie die Strukturierung des Unterrichtsmaterials gehören unter anderem dazu, heißt es auf der Homepage der Lebenshilfe. Je nach Beeinträchtigung des Kindes kommen auch pflegerische Aspekte hinzu. Das sei von Kind zu Kind unterschiedlich, erklärt Soennecken. 

An welchen Schulen kommen Schulbegleiter zum Einsatz?

Ein Schulbegleiter, der auch Integrations- oder Inklusionshelfer genannt wird, kann an jeder Schule zum Einsatz kommen. Das können Förderschulen, aber auch alle Regelschulen sein. Für fünf Schulen werden derzeit solche Helfer im Märkischen Kreis gesucht. 

Welche Schulen sind das? 

Für Kinder an fünf verschiedenen Schulen im Kreis werden derzeit Schulbegleiter gesucht. Am Anne-Frank-Gymnasium in Halver ist eine Stelle in Doppelbetreuung zu besetzen. 

Für die Lindenhofschule in Halver und die Primusschule in Schalksmühle werden ebenfalls Schulbegleiter gesucht. An der Förderschule in Meinerzhagen (Mosaik-Schule) und an der Hauptschule am Stadtpark in Lüdenscheid werden weitere Helfer gebraucht. 

Wie dringend sucht die Lebenshilfe Schulbegleiter? 

An den offenen Stellen sollen die Schulbegleiter recht zügig zum Einsatz kommen. Wenn kein Schulbegleiter gefunden werde, könne es im schlimmsten Fall so sein, dass das betroffene Kind zuhause bleiben müsse und nicht am Unterricht in der Schule teilnehmen könne, erklärt Katrin Soennecken. 

In den meisten Fällen gebe es allerdings eine Lösung. „Viele Schulen sind gut aufgestellt“, sagt die Bereichsleiterin. Der Fachkräftemangel sei aber trotzdem überall zu spüren. 

Warum werden Schulbegleiter überhaupt nötig? 

„Im Zuge der Inklusion braucht man zusätzliche Helfer“, sagt Katrin Soennecken. Das könne das Schulsystem nicht leisten. Die Lebenshilfe Lüdenscheid bildet daher eine entsprechende Schulung beziehungsweise Ausbildung an. „Der Schulbegleiter ist allerdings kein Ausbildungsberuf“, betont Soennecken. 

Wer kann Schulbegleiter werden? 

„Theoretisch kann jeder das machen, praktisch nicht“, sagt die Bereichsleiterin. Es müsse sich jemand zu dieser Aufgabe berufen fühlen. Familienmensch sein, gut mit Kindern umgehen und im Sportverein aktiv sein – das seien zum Beispiel gute Voraussetzungen. „Empathisch sein und ein Händchen dafür haben“, ergänzt die Bereichsleiterin. 

Wie kann man Schulbegleiter werden? 

Die Lebenshilfe braucht dazu eine Kurzbewerbung, die über die Homepage unter www.lebenshilfe-luedenscheid.de oder per E-Mail an schulbegleitung@lebenshilfe-luedenscheid.de gesendet werden kann. Wichtig dabei: „Es muss ein PDF sein“, sagt Soennecken. Die Bewerbungen werden dann nach Kategorien sortiert. „Nicht jeder möchte zum Beispiel auch Pflege-Aufgaben wie Windelwechseln leisten“, sagt Soennecken. 

Was passiert dann? 

Dann ist das Kennenlernen wichtig. „Wir erzählen viel aus dem Alltag der Kinder“, erklärt Soennecken. Auch ein Treffen der entsprechenden Familien und Kinder gehöre dazu. Passende Bewerber werden geschult. Sie werden nicht einfach „ins kalte Wasser geworfen“. 

Wie sind die aktuell etwa 120 Schulbegleiter eingesetzt? 

Mehr als 120 Schulbegleiter sind im Auftrag der Lebenshilfe Lüdenscheid tätig. Die meisten davon im Märkischen Kreis. „Der Schwerpunkt liegt rund um Lüdenscheid“, sagt Soennecken. „Der Bedarf ist echt groß. Wir haben das Gefühl, dass es immer mehr wird.“

Die Lebenshilfe Lüdenscheid bietet unter dem Motto „Hilf mir, dass ich es selber kann!“ die Schulbegleitung für Kinder und Jugendliche an, die eine geistige, körperliche und/oder seelische Beeinträchtigung haben und die ohne Unterstützung nicht am normalen Unterricht an Regel- oder Förderschulen teilnehmen können. Neben der Vermittlung eines Schulbegleiters hilft das Team der Lebenshilfe außerdem bei der Beantragung beim Sozialhilfeträger oder Jugendamt eines betroffenen Schülers. Weitere Infos und Formulare gibt es im Internet unter www.lebenshilfe-luedenscheid.de.

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