Oberbrügge: grünes Licht für Dorfladen und Café „nebenan“

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Neue Perspektive für Oberbrügge: Die lokale Leader-Arbeitsgruppe befürwortet das Projekt Dorfladen und Café für den Ortsteil. Der Förderantrag darf gestellt werden.

Oberbrügge - Das Demenz-Kompetenz-Zentrum Haus Waldfrieden hat grünes Licht für Dorfcafé und -laden sowie Betreuungsangebote in Oberbrügge. Mit breiter Mehrheit hat sich die Lokale Arbeitsgemeinschaft der Kommunen Oben an der Volme hinter das angestrebte Leader-Projekt gestellt.

Mit der Entscheidung gilt das Vorhaben als Siegerprojekt. Sie macht es möglich, einen Antrag auf Fördermittel in Arnsberg zu stellen. Beginn des Förderzeitraums würde beim positiven Bescheid der 1. März sein.

Mitte bis Ende April könnte damit zentral in Oberbrügge an der Heerstraße ein Projekt in Gang kommen, das im weiten Umfeld seinesgleichen sucht. Kosten von rund 150 000 Euro für den Förderzeitraum von zwei Jahren kalkuliert Projektleiter Kristian Hamm, zu zwei Dritteln finanziert aus Leader-Geldern.

Dorfladen und Café werden miteinander verbunden und tragen den Namen Café „nebenan“. „Hilfe gibt es nebenan, man trinkt Kaffee nebenan. Man kann nebenan einkaufen“, sagt Hamm. Die Möglichkeiten, mit dem Begriff zu spielen, seien nahezu unbegrenzt. Auch ein Logo ist bereits erstellt.

Auf etwa 80 Quadratmetern werden Laden und Café eingerichtet. Der Schwerpunkt liegt bei der Nahversorgung mit Lebensmitteln. Tabak, Brötchen und Brot sowie Zeitschriften sind hingegen vom Sortiment ausgenommen, um nicht in Konkurrenz zu Bäckerei und Kiosk an der Volmestraße zu treten. Zwei Mitarbeiter werden als geringfügig Beschäftigte dort tätig sein. Nach derzeitiger Planung würde das für drei Öffnungstage in der Woche reichen. Nicht ausgeschlossen ist eine Ausweitung der Betriebszeiten, falls sich dafür ehrenamtliche Helfer finden. Die Waren bezieht der Dorfladen von Edeka Offermann aus Kreuzberg. Zudem ist die Kooperation mit örtlichen Anbietern geplant.

Ebenfalls einzigartig ist im Umkreis die Idee, den Laden zugleich als Webshop zu führen. Bestellt werden kann dann im Internet und die Ware kann an der Heerstraße abgeholt werden. Alternativ soll eine „Ape“ den Einkauf gegen einen Aufschlag innerhalb Oberbrügges ausliefern – Ape, auf italienisch Biene, sind multifunktionale Dreiräder mit Fahrerkabine und Ladefläche.

Doch die Planungen des Kompetenzzentrums, das sich demnächst in Sentiris umbenennen wird, reichen noch viel weiter. Denn der Laden wird zur Begegnungsstätte. Eine dritte Mitarbeiterin in Teilzeit soll dort ein Netzwerk der Bürger und Institutionen Oberbrügges errichten. Dazu gehört unter anderem eine Ehrenamtbörse, über die Hilfe und Helfer vermittelt werden sollen.

Der Bedarf dafür müsste vorhanden sein. Allein im Ortsteil Oberbrügge, noch ohne Ehringhausen, wohnen 600 Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren, für die es zurzeit keinerlei spezifische Angebote gibt. Sentiris will das ändern mit professioneller wie ehrenamtlicher Hilfe. Möglichkeiten eröffnen sich unter anderem durch das neue Pflegestärkungsgesetz, das individuelle Leistungen durch Kranken- und Pflegekassen abrechenbar macht.

Diese Quartiersarbeit, wie Hamm sie beschreibt, soll in Oberbrügge dauerhaft etabliert werden. Abhängig sein werde das Vorhaben auf Dauer aber von drei Faktoren:

- das Bild der Arbeit im Café und Laden sowie der Ehrenamtbörse müsse positiv wahrgenommen und auch so weitergegeben werden

- die ehrenamtliche Manpower und auch Spendenbereitschaft müsse gegeben sein und auf einer möglichst breiten Basis stehen

- Oberbrügger müssten tatsächlich mit ihrem Einkauf im Ortsteil dazu beitragen, dass sich das Projekt auch dann tragen könne, wenn die Leader-Förderung ausläuft.

Die Bereitschaft, sich einzubringen, sei seiner Einschätzung nach hoch, erklärt Hamm im Gespräch mit dieser Zeitung. Er habe mehrfach E-Mails erhalten mit dem Angebot, mitarbeiten zu wollen.

Dass man mit etwa zweimonatiger Verspätung an den Start gehen kann, erklärt Hamm mit dem Abstimmungsbedarf im Antragsverfahren. „Im Regierungspräsidium Arnsberg sitzen kenntnisreiche Leute, die die Verwendung öffentlicher Mittel zu verantworten haben“, sagt Hamm. „Dass sie genau hinschauen, finde ich persönlich absolut richtig.“

Das Personal für Laden-Café und Beratung hat der Verein zurzeit noch nicht eingestellt. Für die Netzwerk-Tätigkeit schwebt Hamm eine Kollegin oder ein Kollege mit pädagogischem Hintergrund vor. Bei den Mitarbeitern im neuen Laden sei dies nicht erforderlich.

Info: Kristian Hamm, Tel. 0 23 53 / 6 66 11 94, E-Mail: k.hamm@sentiris.de

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