Leader: 200 Beteiligte, 50 Projekte, eine Bewerbung

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Mit dem Motto der Leader-Bewerbung in den Händen, verfolgten am Mittwochabend rund 60 Bürger sowie die Bürgermeister der vier Volmekommunen das zweite und finale Regionforum in der Heesfelder Mühle: „Werte schöpfen – Zukunft gemeinsam gestalten – Oben an der Volme.“

Halver - 120 Seiten umfasst das Konzept, mit dem sich die Region „Oben an der Volme“ um Gelder des EU/NRW-Förderprogramms Leader (Liason entre acions de développment de l’économie rurale) bewirbt. Insgesamt 2,3 Millionen Euro könnten in die ländliche Entwicklung fließen.

Von Friederike Domke

„Wir haben in den vergangenen zwei Monaten eine Menge auf die Beine gestellt“, begrüßte der Bürgermeister der Stadt Kierspe Frank Emde am Mittwochabend rund 60 Bürger und die Spitzen der Verwaltung in der Heesfelder Mühle zum zweiten Regionalforum.

50 Projektideen waren seit dem ersten Regionalforum Anfang November in Kierspe in themenbezogenen Fachgruppen und Workshops entwickelt worden – beteiligt hatten sich daran rund 200 Bürger, Vereine und Institutionen sowie Verwaltungsmitarbeiter der vier Volmekommunen. Zusammengefasst in zwölf Leitmaßnahmen, bilden die Projekte den Grundstein der Leader-Bewerbung. Mit ihnen möchte sich die Region nicht nur von Mitbewerbern abheben, sondern auch die Handlungsziele der Bewerbung untermauern.

Werte schöpfen – Zukunft gemeinsam gestalten

Aufgeteilt in vier Handlungsfelder, sollen die Ziele einer Regionalentwicklung interkommunal und „Oben an der Volme“ mithilfe der Leader-Förderung verfolgt werden. Beispielhaft wurde jeweils ein Projekt am Mittwoch vorgestellt.

- Handlungsfeld 1 Lebenswerte Städte und Dörfer: Einbindung des Ehrenamtes nach Vorbild des Kümmerrings Schalksmühle ( Ansprechpartner Hendrik Gräff)

- Handlungsfeld 2 Neue Wertschöpfung durwakhackelch Naherholung und Tourismus: Ausbau und Zertifizierung eines verbindenden Wanderweges (Kai Hellmann, Stadt Halver)

- Handlungsfeld 3 Innovativer, nachhaltiger Wirtschaftsstandort „Oben an der Volme“: Entwicklungs- und Gründernetzwerk (Georg Werth, Stadtmarketing Schalksmühle)

- Handlungsfeld 4 Kinder- und Jugend „Oben an der Volme“: Kein Kind zurücklassen – Online-Elternkurs zur Stärkung der Erziehungskompetenz (Susanne Bisterfeld, Awo Meinerzhagen)

Während sich die Bürger um die Entwicklung und Gestaltung von Projekten gekümmert hatten, war das Büro „neuland+“ mit einer Analyse der Region beauftragt worden. Darin wurden Chancen, Risiken, Stärken und auch Schwächen im Bereich Demografie und Dorfentwicklung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Arbeitsmarkt, Naherholung und Tourismus sowie Energie, Klima- und Naturschutz untersucht. Dabei wurde deutlich: Gerade der demografische Wandel stellt ländliche Regionen vor immer größere Aufgaben: Die ärztliche Versorgung beispielsweise muss ebenso aufrecht erhalten werden wie das Freizeit- und Einkaufsangebot. Eine zunehmende regionale Vernetzung – auch im Bereich Wirtschaft oder Soziales – sieht daher nicht nur Susanne Neumann von „neuland+“ als Chance für die Region. Auch Bürger und Vertreter von Vereinen, öffentlichen Einrichtungen sowie Unternehmer wollen diesem Weg offenbar folgen – das wird laut Neumann nicht zuletzt am großen Interesse und am Einsatz für die Leader-Bewerbung deutlich.

„Die geleistete Arbeit ist wirklich sehr beachtlich“, sagte Neumann, die allerdings auch eine „sehr gute“ Bewerbung abliefern wolle und müsse – kommen doch nur 20 von voraussichtlich 40 Bewerbern in den Genuss der Fördergelder.

Bis zum 16. Februar ist noch Zeit, das fertige Konzept beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen einzureichen. Innerhalb des zweiten Quartals entscheidet schließlich eine Kommission, ob die Region „Oben an der Volme“ mit Fördergeldern zur Entwicklung des ländlichen Raumes von 2,3 Millionen Euro bedacht wird.

Sollte die Region eine Zusage seitens der Kommission erhalten, wird ein Verein gegründet, der die Organisation und nicht zuletzt die Verteilung der Gelder übernehmen wird.

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