Blühstreifen am Maisfeld für Insekten

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Thomas Wiethege (links), Michael Loitz und Olaf Schmermbeck (rechts) beim Portionieren des Saatguts. Im ersten Durchgang klappt es nicht. Die Mengen, die auszubringen sind, müssen grammgenau ausgemessen werden.

Halver - Ein bisschen bizarr wirkt die Situation schon: Drei erfahrene Landwirte stehen vor einem schweren John-Deere-Ackerschlepper mit dem Anbau zur Aussaat und hantieren mit der elektronischen Küchenwaage. Aufs Gramm genau wird abgemessen, wie viel vom teuren Saatgut in die Erde gebracht wird.

Der Landwirtschaftliche Ortsverband Halver hat tief in die Kasse gegriffen, um rund um die Stadt im Grünen Blühstreifen anzulegen.

Etwa 1000 Euro investieren die Landwirte in ihrem Jubiläumsjahr in das Projekt. Thomas Wiethege und Michael Loitz aus dem Vorstand und Olaf Schmermbeck aus Schalksmühle, der Zeit und Gerät zur Verfügung stellt, lösen gemeinsam die Frage, wie man die Minimengen an feinem Wildblumensaat dosiert, dass gerade ein Gramm davon pro Quadratmeter in die Erde gebracht wird. „Ein Gesellenstück für angehende Landwirte“, frotzelt Loitz. 

Eine Handvoll der Mischung reicht für viele Quadratmeter. Um sie einzubringen, wird sie zu gleichen Teilen mit Substrat vermengt.

Es geht um das Engagement der Bauern in Halver, die auf insgesamt rund einem Kilometer Länge und anderthalb Metern Breite Fläche zur Verfügung stellen, um Insekten Raum zu geben. Eine Reihe Mais ist es, die sie dafür opfern. Dazu kommt die teure Saat. 

Rund 50 Euro pro Kilo kostet der Samen. Drei Säcke à fünf Kilo hat der Verband beschafft. Zum Vergleich: 100 Kilo Weizensaat gehen für etwa 40 Euro über den Tresen der Genossenschaft. Um die Blumensaat überhaupt verteilen zu können, wird in gleicher Menge ein Substrat beigemischt. 

Keine Gewähr fürs Gelingen 

Dass nutzbarer Ackerboden und nicht einfach der Wegesrand eingesät wird, hat einen einfachen Grund. Vorhandene Pflanzen und Gräser würden die erhofften Wildblumen in Kürze verdrängen. Der Boden der Äcker hingegen ist durch die jahrelange Nutzung vorbereitet. 

Eingebracht wird die Mischung, aus der ganzjährig Blüten sprießen sollen, dann in einem Arbeitsgang mit Kreiselegge und Kultivator. Im Anschluss wird von einem zweiten Trecker der Boden gewalzt, damit der Samen in etwa ein bis zwei Zentimeter Tiefe auch Anschluss an die Erde hat. 

Elf Bauern haben sich an dem Experiment mit ihren Flächen beteiligt. Ob es gelingt, weiß zurzeit noch niemand. „Es gibt keine Gewähr“, sagt Wiethege.

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