Landwirt Feckinghaus: „Grenzwerte bei Gülle-Ausbringung eingehalten“

Halver - Tobias Feckinghaus versteht die ganze Aufregung um das Thema „Gülle“ nicht. Der Halveraner Landwirt hat zwar viele Tiere (rund 500 Milchkühe und Kälber), aber mittlerweile auch große Flächen (650 Hektar) zu bewirtschaften.

Von Det Ruthmann

Da reiche die Gülle, die auf seinem Hof anfällt, als Dünger nicht aus. Aus diesem Grund greift er auf die erlaubte Möglichkeit zurück, Fremdgülle aufzunehmen und auf seinen Feldern auszubringen. Die würde aber nicht aus den Niederlanden kommen, erklärt Tobias Feckinghaus gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger, sondern aus dem Raum Münsterland.

Es handele sich dabei um Gülle von Schweine- und Kuhbetrieben sowie ebenfalls von Biogasanlagen, erklärt der Landwirt, dass er sich die Betriebe auch angesehen habe. „Früher habe ich bis zu 80 000 Euro für mineralischen Dünger ausgegeben, heute zahle ich nichts“, macht Feckinghaus den wirtschaftlichen Aspekt deutlich, dass er nicht nur die Gülle umsonst erhält, sondern auch für den Transport nichts bezahlt.

Zudem hätten die Lastwagen das doppelte Fassungsvermögen im Vergleich zu den Güllefässern und seien deutlich schneller. „Das ist natürlich viel günstiger, als mit dem eigenen Traktor zu fahren!“ Denn auch der Verbrauch an Kraftstoff ist laut Feckinghaus deutlich niedriger.

Darüber hinaus würde diese Form des Düngens – besonders durch die neue Technik des Einritzen (wir berichteten) – viel mehr bringen. „Das Gras ist dicker und saftiger und der Mais sind aus wie gemalt“, betont der Landwirt. Der Landwirt sagt jedoch, dass die vorgegebenen Werte eingehalten werden: 170 Kilogramm an Stickstoff dürften pro Jahr ausgebracht werden. Ein Kubikmeter Rinder-Gülle enthalte 3,9 Kilogramm Stickstoff, Schweine-Gülle 6 Kilogramm. Und von dem Substrat aus Biogasanlagen, so erläutert Feckinghaus weiter, dürften 300 Kilogramm Stickstoff pro Jahr ausgefahren werden.

Und die Grenzwerte würden, so der Halveraner, eingehalten. Dies würden die Untersuchungen von Bodenproben durch die Landwirtschaftskammer zeigen. Auf der anderen Seite bringe die Methode, die Gülle „einzuschlitzen“, deutlich mehr. „Wir können die Flächen wirklich nutzen“, sagte Tobias Feckinghaus, dass der Dünger viel länger im Boden bleibe.

Bei der herkömmlichen „Tellerausfuhr“ würden schon 30 Prozent verdunsten. Wenn es dann nicht regnet, gingen weitere 30 Prozent des Düngers verloren. Jedoch sei die Technik, die Gülle direkt in den Boden zu bringen, sehr teuer. Rund 300 000 habe die moderne Schlitz-Technik gekostet. Um diese Kosten schneller amortisieren zu können, bringt Feckinghaus auch für andere Landwirte in deren Auftrag Gülle aus.

Schließlich entwickele sich auch zur Biogasanlage eine wirtschaftliche Beziehung: Der vierte und fünfte Grasschnitt werde für die Biogas-Herstellung verwendet, während aus der Anlage nicht nur das Düngersubstrat komme, sondern ebenfalls (getrocknetes) Streugut für den Kuhstall. „Das ist besser und günstiger als Stroh oder Holzspäne“, meint der Halveraner Landwirt. Schließlich seien alle Landwirte gefordert, so Tobias Feckinghaus abschließend, Kosten einzusparen – da sie ihre Produkte immer günstiger abgeben und verkaufen müssten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare