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Endspurt in Oberbrügge für Dorfwettbewerb

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Von: Ursula Dettlaff

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„Unser Dorf hat Zukunft“: Feierliche Preisverleihung im Golddorf Oberbrügge.
„Unser Dorf hat Zukunft“: So lief‘s im letzten Jahr auf Kreisebene © Jakob Salzmann

Oberbrügge kandidiert auf Landesebene im Wettbewerb. Die Jury kommt am Donnerstag.

Halver - „Unser Dorf hat Zukunft“, diesen Titel konnte Oberbrügge-Ehringhausen im vergangenen Jahr auf Kreisebene für sich entscheiden. Das Aktionsbündnis Oberbrügge-Ehringhausen sowie ortsansässige Vereine, Initiativen und Organisationen nahmen dies zum Anlass, sich auch dem Landeswettbewerb gleichen Namens zu stellen. Ein dreiviertel Jahr lang haben die Initiatoren Themen gesammelt und ausgearbeitet. Am Donnerstag wird es ernst, dann kommt die 14 köpfige Bewertungskommission unter der Leitung von Dr. Waldemar Gruber, Geschäftsführer des Wettbewerbs bei der Landwirtschaftskammer NRW.

Am Donnerstagvormittag wird die Kommission in Marbeck–Borken und später in Straberg, Stadt Dormagen, erwartet. Oberbrügge ist also die dritte und letzte Station.

Zwei Stunden stehen für die Präsentation zur Verfügung – nicht viel Zeit, um alle Aspekte herauszuheben, die Oberbrügge von anderen Dörfern in Nordrhein-Westfalen unterscheiden. Denn darum geht es, wenn Oberbrügge wieder „Golddorf“ werden soll.

Zum Teil setzen die Initiatoren auf Bewährtes: Sie laden die Kommission zu einer Planwagentour ein, die an fünf Stationen einen kurzen Stopp einlegt. Darüber hinaus erhält jeder Gast ein Exemplar des 217 Seiten umfassenden Dorfentwicklungskonzeptes.

Der Bedeutung dieser mit Fotos versehenen Dokumentation misst Peter Seyfried indes eine untergeordnete Rolle bei. „Die Kommissionsmitglieder bewerten, was sie sehen und hören“, sagte er. Das Konzept werde lediglich durchgeblättert. „Aber es strahlt Kompetenz aus“, erklärte er. Und es dient einem nicht zu unterschätzenden Zweck, nämlich der Redezeit- Optimierung.

Die die in der Ausschreibung zum Landeswettbewerb aufgelisteten Kriterien sind so abgefasst, dass jeder Bewerber sie individuell maßgeschneidert ausformulieren kann. Ganze 41 Redebeiträge werden die Oberbrügger der Kommission präsentieren. Das macht pro Vortrag gerade einmal zwei Minuten.

Das Konzeptbuch, in dem die Themenübersicht der Ausschreibung aufgelistet ist, bietet die Möglichkeit der Redezeit-Optimierung. Beispiel: Peter Seyfried wird die Kommission um 16 Uhr am Christlichen Gemeindezentrum begrüßen.

Der von der Jury vorgegebene Text lautet: „A1 – Entwicklung von Leitbildern und Zielvorstellungen für das Dorf zum Beispiel mit Zukunftswerkstätten zur Erarbeitung von Projektideen.“ Seyfried sagt nur: „A1“.

Im Konzeptbuch findet die Jury die Rede, die wie folgt beginnt: „Das Leitbild des lebenswerten Miteinander hat sich bewährt. Der Grundgedanke ist, dass das Leben in der Gemeinschaft erfüllender ist als ein anonymes Wohnen nebeneinander. Von Ausnahmen abgesehen wünschen sich alle Menschen ein Leben in Gemeinschaft, mit Sorgen nicht allein zu sein, gemeinsam feiern, trauern und als Dorfgemeinschaft aktiv die Zukunft zu gestalten.“

Stichworte wie demografischer Wandel, politische Einsparzwänge und Zentralisierungsstrategien, die zum Ausbluten von Dörfern führen, spricht er ebenfalls in den 120 Sekunden an.

Danach startet die Planwagentour. Auf dem Wagen werden jeweils fünf bis sieben Themen angesprochen, die restlichen Themen beim Finale. Die Reiseleitung übernimmt Britta Kattwinkel-Kiefer. „Wir wünschen uns ganz viel Publikum, möglichst an allen Stationen und zum Finale am Mehrgenerationenpark,“ warb sie. „Das ist ein Zeichen für das Interesse der Bevölkerung am Wettbewerb. Das ist nicht von so ‘ner verrückten Bande ausgeknobelt worden,“ fügte sie hinzu. Deswegen: „Möglichst viele Leute, möglichst überall.“

Folgender Routen- und Zeitplan ist vorgesehen:

Den Sieger des Landeswettbewerbs wird Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen, am Sonntag, 11. September, um 11 Uhr im Rahmen des Düsser Bauernmarktes am Schulungszentrum in Bad Sassendorf bekannt geben.

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