Erhalt landesverbürgter Mittel für Halveraner Unternehmen

Land NRW stärkt Kico den Rücken

Die Halveraner Firma Kico erhält eine Landesbürgschaft.
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Die Halveraner Firma Kico erhält eine Landesbürgschaft.

Das Land Nordrhein-Westfalen stärkt dem mittelständischen Automobilzulieferer Kico mit einer Bürgschaft für zusätzliche Darlehen der Hausbanken den Rücken. Auch die Münchener Mutares SE & Co. KGaA, seit Juli 2019 Eigentümer der Halveraner Kirchhoff GmbH & Co. KG, stützt den Halveraner Betrieb an der Oststraße mit Eigenmitteln.


Halver – Mit der Übernahme beabsichtigt gewesen sei im vergangenen Jahr das Ziel, den Betrieb wieder in die Gewinnzone zu führen. Der damals angegangene Turnaround war zu Jahresbeginn 2020 verbunden mit einem stufenweisen Personalabbau mit Interessenausgleich und Sozialplan um 58 Stellen. Eine weitere Reduzierung sei nicht vorgesehen, sagte der kaufmännische Geschäftsführer Uwe Müller auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers weiter.

Rückschlag durch Corona

Nach einem gelungenen Start ins laufende Geschäftsjahr mit Umsätzen leicht über Plan waren diese aufgrund der Corona-Pandemie ab Mitte März bis Ende Juni deutlich zurückgegangen. Die Werksschließungen bei den großen Automobilfirmen, für die Kirchhoff Stanz- und Umformteile fertigt und montiert, hätten zu Einbrüchen und, wie in vielen anderen Unternehmen auch, zu zwischenzeitlicher Kurzarbeit geführt.

Kein Nachholeffekt

Einen Nachholeffekt habe es in der Folge nicht gegeben. Mittels der Unterstützung des Landes, der Hausbanken und der Gesellschafter gehe es um den Ausgleich der Corona-Effekte und die Sicherung der Liquidität. Gearbeitet werde inzwischen wieder in vollem Umfang, so Müller weiter. Das Unternehmen beschäftigt am Standort Halver etwa 200 Menschen.

Die Corona-Krise habe Kirchhoff zu einem Zeitpunkt getroffen, als die Pläne zu einer Umstrukturierung sich ohnehin in der Umsetzung befunden hätten.

Unternehmenszentrale bleibt Halver

Der zu Jahresbeginn angegangene Umbau im Unternehmen entspricht dabei dem Geschäftsmodell des Eigentümers. Mutares mit einem Jahresumsatz von rund 1 Milliarde Euro (Geschäftsbericht 2019) setzt darauf, ertragsschwache Unternehmen zu übernehmen und mittels Expertenteams wieder in die Gewinnzone zu führen. In Halver gehörte dazu in der ersten Jahreshälfte 2020 der Abbau von Tätigkeiten mit hohem manuellen Anteil, die aufgrund der Lohnkosten in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich darstellbar seien, wie Müller im AA-Gespräch im Februar dieses Jahres begründet hatte. Im Übrigen bleibe Halver für Kico in jeder Hinsicht Unternehmenszentrale. Alle Funktionen wie Vertrieb, Entwicklung, Projektmanagement, Einkauf, weitere Verwaltungsprozesse und die höher automatisierte Produktion blieben am Standort erhalten, so Müller damals.

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