Halveraner sind genervt von Kunstflieger am Wochenende

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Halver - Wer in Heesfeld und der weiteren Umgebung wohnt oder nahe dem früheren Flugplatz im Heede, kann eigentlich seine Uhr danach stellen: Ist die Sicht am Wochenende klar, verdrängt ein potenter Flugzeugmotor jegliche Geräusche der Natur.

Das an- und abschwellende Dröhnen eines Kunstfliegers gehört seit vielen Jahren zum nachmittäglichen Geräuschszenario. 

Dabei hält sich ebenso lange und hartnäckig ein Gerücht in Halver. Der unbekümmerte Flieger sei Dr. Wolfgang Moser, Zahnmediziner vom Jugendheimplatz. Doch der hat aus diesem Anlass zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen: In seinem Wartezimmer ist ein Aushang platziert, der über die Faktenlage informiert. Denn Dr. Moser ist selbst hochgradig verärgert über den „Kollegen“, der die Fliegerzunft bei der Bevölkerung in Misskredit bringt. „Immer wieder werde ich verdächtigt, dieser nervige Kunstflieger zu sein ... leider halten sich solche Gerüchte hartnäckig und werden von weniger kritischen Menschen fleißig weiterverbreitet“, heißt es darin. Er selbst führe keinerlei Kunstflug über Halver durch und fliege in anderen Regionen, in der Regel im Ausland, stellt er klar. 

„Es ist immer derselbe“ 

Wer es ist, der Loopings und Schrauben über Halver dreht, ist ihm allerdings bekannt. Mehrfach habe er persönlich versucht, auf den Kunstflieger einzuwirken, der dem Ruf der gesamten Fliegerschaft schade. Der Mann komme aus Wuppertal, seine Maschine, eine tschechische ZLIN 126, Kennzeichen D-ELUD, sei auf dem Flugplatz im nahen Radevormwald stationiert. „Es ist immer derselbe“, weiß Dr. Moser. 

An anderer Stelle hätten es verärgerte Bürger geschafft, ihn zu vertreiben, so beispielsweise in Gummersbach. Doch das ist nicht ganz einfach. Die Belästigung muss nachgewiesen werden, und da fängt da Problem an. Fotos belegten in der Regel nicht, wo genau die Manöver ausgeführt wurden. Zulässig seien sie jedenfalls nicht über bewohntem Gebiet, und dazu zähle eigentlich jede Ortslage bis hin zum einzelnen Bauernhof. 

Ihre erste Anfrage an die Stadt Halver habe sie bereits im Jahr 2012 gestellt, berichtet eine Anwohnerin aus Heesfeld. Dabei gebe es durchaus Alternativen für seriöse Flieger, die in rund 100 Kilometern Entfernung Truppenübungsplätze fänden, die in der Regel am Wochenende freigegeben seien, oder abgelegene Moorlandschaften, wo sich niemand an den lautstarken Eskapaden störe. 

Beschwerden an RP Münster 

Sollten sich die Beschwerden häufen, bestehe die Hoffnung, dass sich die zuständige Bezirksregierung Münster einschalte und einen Messwagen entsende. Das dort angesiedelte Dezernat Luftfahrt sei die zuständige Stelle, die den Piloten vom Halveraner Himmel verdrängen könnte. Bis dahin aber brummt und dröhnt es wohl weiter am Himmel über Halver.

Beschwerden schriftlich mit Angabe von Tag und Uhrzeit an Bezirksregierung Münster Dezernat Luftfahrt c/o Herrn Hüttermann Domplatz 6-7 48128 Münster

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