Kunst auf dem Kopf in der „neuen“ Tanke

Die neue „Herrin“ der Tanke: Martina Asbeck will Kultur und Frisierkunst verknüpfen. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Die Elektro-Installateure sind aktiv, die Gas- und Wasser-Spezialisten ebenso und auch der Maler steht schon Gewehr bei Fuß – es tut sich was im ehemaligen Atelier Tanke.

Nachdem der Künstler Marek Tomicki seine „Heimat“ Ende 2009 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, steht für seine Miet-Nachfolgerin eine Menge Arbeit an: Die 39-jährige Friseurmeisterin Martina Asbeck will an der Thomasstraße ein für Halver einzigartiges Konzept realisieren, das auf der kulturellen Basis Tomickis fußt, doch um den Bereich „Kunst auf dem Kopf“ erweitert wird. „Die Tanke – Haare und Kunst“ lautet ab dem Sommer der Name des Friseursalons, der doch weit mehr sein soll.

„Ich hatte schon immer ein Auge auf diesen Ort geworfen“, verrät Martina Asbeck im Gespräch mit unserer Zeitung. Als sie sich im Jahr 2007 mit ihrem Salon an der Gartenstraße selbstständig machte und an der Tanke vorbei fuhr, sei sie bereits auf diesen außergewöhnlichen Standort aufmerksam geworden. „Doch ich bin froh, dass ich erst jetzt das Konzept umsetzen kann. Erst Marek Tomicki hat mir mit seinem Konzept für die Tanke die Idee gegeben, die ich jetzt umsetzen will.“ Ein Friseursalon nebst Kunst und Kultur – wenn man so will, holt Martina Asbeck mit diesem Konzept großstädtisches Flair nach Halver. Spätestens in den Sommermonaten soll der Umzug von der 25 Quadratmeter großen Geschäftsfläche an der Gartenstraße auf die 80 Quadratmeter große Tanke stattfinden.

Die Kunden auf jeden Fall freuen sich. „Die nehmen das gut auf“, sagt die Friseurmeisterin, die sich nicht nur nach den, sondern auch während der Geschäftszeiten kulturelle Veranstaltungen in der Tanke vorstellen kann. Asbeck: „Warum nicht einfach mal während des Frisierens eine Lesung abhalten oder jemanden auf dem Klavier spielen lassen?“ Für Ideen Außenstehender hat sie dabei ein offenes Ohr: Kreative, Künstler, Entertainer und mehr sollen sich und ihre Werke in der „neuen“ Tanke präsentieren können. Aus diesem Grund bleibt das bestehende Raumkonzept des einstigen Ateliers auch erhalten: Der Eingangsbereich soll künftig nicht nur die Rezeption des Salons beherbergen, sondern zudem an den Wänden Platz für Bilder heimischer Künstler bieten. Diese „Galerie“ setzt sich im großen Hauptraum der Tanke fort, wo erst mit der hinteren Empore der Frisierbereich beginnt. Vier Friseurstühle sowie ein Waschbecken sollen dort untergebracht werden – der vordere Bereich soll ganz und gar kulturellen Zwecken dienen.

So plant die Volkshochschule für September, das „Literaturcafé Nummer 25“ in der Tanke stattfinden zu lassen: Die Autoren der VHS-Geschichtenschmiede sollen dann Geschichten zu Bildern „eines bekannten heimischen Künstlers“ vortragen. Um welchen Künstler es sich dabei handelt, wird jedoch noch nicht verraten. Im November steht ein „Mord in der Tanke“ an, wenn sich die VHS-Krimiwerkstatt auf „kriminelles Glatteis“ begibt. Die genauen Termine werden rechtzeitig im Allgemeinen Anzeiger bekannt gegeben. ▪ Frank Zacharias

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