Halver

Friseure haben noch geöffnet

+
Noch Nutzen die Kunden das Friseur-Angebot. 

Halver/Schalksmühle – Friseure dürfen noch weiter ihre Türen öffnen. Das liegt daran, dass sie zu den Handwerkern gezählt werden. Wenn sie dennoch schließen, haben sie keinen Anspruch auf staatliche Hilfen wie es andere Geschäfte haben, die gezwungen sind, den Betrieb vorerst einzustellen.

„Es ist eine schwierige und beklemmende Situation“, sagt Andrea Mertens, Inhaberin des Friseurs Haarmoden Hintze. Den Laden aus Vorsichtsmaßnahmen zu schließen, könne sie sich nicht leisten. Noch kommen die Kunden, sagt sie. „Und sie sind ganz lieb.“ Viele wollten sich noch einmal die Haare schneiden oder färben lassen, für den Fall, dass auch Friseure schließen müssen. Zwischen den Sesseln ist immer ein Platz frei und die Zeitschriften wurden weggeräumt. Hygienemaßnahmen werden auch hier groß geschrieben. „Dass wir keinen Anspruch auf staatliche Hilfen haben, finde ich ganz schlimm.“ 

Im Friseursalon Benno Ackerschott ist die Meinung gespalten. Auf der einen Seite sei es gut, dass man weiter Einnahmen habe, weil man sonst nicht wüsste, wie man die finanziellen Ausgaben stemmen könnte. Auf der anderen Seite ist es schwer zu verstehen, dass soziale Kotakte bis auf das geringste Maß eingeschränkt werden sollen, aber man sich beim Friseur trifft. Vor zwei Wochen habe man die Situation noch anders eingeschätzt. Heute lebe man Tag für Tag – ohne zu wissen, was morgen ist. Auch in der Tanke geht das Geschäft weiter. „Ich bin froh, dass wir noch geöffnet haben“, sagt Martina Asbeck, die auch den Salon Le Petit in Schalksmühle führt.

„Wir haben den ganzen Tag zu tun“, sagt die Friseurin. Sie fragt aber auch, wie das alles weitergehen soll. Ihre Kunden seien froh, in ihrem Laden auch mal etwas anderes außer Corona zu hören. Sorgen mache man sich hier nicht, auch alle Mitarbeiter wollen arbeiten. „Wir machen uns keine Sorgen.“ 

Nötige Hygienemaßnahmen werden auch hier angewendet, Beim Friseur Image wüsste man ebenfalls nicht, wie man es finanziell bewältigen sollte, wenn der Laden geschlossen werden würde. Ohne staatliche Unterstützung sei klar, dass das kein Geschäft schaffen kann. „Ein bisschen Kundschaft haben wir noch“, heißt es von einer Mitarbeiterin. Aber für die kommende Woche gebe es noch so gut wie keine Termine. In jedem Friseursalon wurden bereits Termine abgesagt. Weil Kunden aus Angst nicht in die Geschäfte kommen wollen. Das würde für die Dienstleister das Gleiche wie eine Schließung bedeuten. 

Auch bei Nicoletta Styling ist man froh, noch arbeiten zu dürfen. Auch, wenn sich bei dem Thema die Geister scheiden würden. Alle Kunden würden sich als aller erstes die Hände waschen, wenn sie zu Nicoletta kommen. Auch die Friseurin wäscht und desinfiziert sich ständig die Hände. Auch Türgriffe und andere Flächen im Salon werden regelmäßig desinfiziert. „Die Existenzangst hat man immer im Nacken“, sagt sie. Erst recht in diesen Zeiten. Im Barbershop an der Nicolai-Kirche gibt es aktuell auch noch genug zu tun. „Wir haben ein paar Absagen, aber das hält sich in Grenzen“, sagt ein Mitarbeiter. Er vertraue seinen Kunden, und sie vertrauen ihm. „Mit einer Gruppe oder anderen Symptomen sollte niemand zum Friseur gehen.“ 

Auch in Schalksmühle sind die Betriebe noch offen 

Im SG-Haarstudio von Julia Schmidtke läuft der Betrieb weiter. „Als Inhaberin bin ich froh darüber“, sagt sie. Jeder Tag, an dem sie etwas einnehmen kann, sei ein guter Tag. „Wir haben noch einiges zu tun“, sagt Schmidtke. „Aber es ist schon eine unwirkliche Zeit – man fühlt sich wie gelähmt.“ 

Bei Valentina´s Creative Friseur habe man sich noch nicht intensiv mit dem Gedanken beschäftigt, wie man mit der neuen Situation umgehen soll. Einige Leute hätten bereits ihre Termine abgesagt. Viele andere kämen aber weiterhin zum Haare schneiden oder färben. „Wir haben keine Panik“, sagt die Inhaberin. Über eine Schließung werde hier nicht nachgedacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare