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Kulturfenster: Humboldtschüler zeigen Menschen im Mittelpunkt  

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Von: Sarah Lorencic

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umboldtschüler zeigen ihre Zeichnungen der Öffentlichkeit.
Sie sind stolz: Humboldtschüler zeigen ihre Zeichnungen der Öffentlichkeit. Im Kulturfenster sind sie in den kommenden Wochen zu sehen. Annalena Kibbert (2. von rechts) und Beate Segieth (links) freuen sich über die jungen Künstler. © Lorencic, Sarah

Die Humboldtschüler haben im Homeoffice im Rahmen der Lerninsel Kunst Menschen gemalt. Dabei herausgekommen sind Werke, die man jetzt im Kulturfenster sehen kann.

Halver - Alle sind mächtig stolz: die Initiatoren, die das Kulturfenster zum Ausstellungsort von Schülern gemacht haben, die Lehrerin, die ein Dreiviertel Jahr die Entwicklung der Schüler beobachtet hat, und die Schüler, deren Kunstwerke jetzt für sechs Wochen an der Frankfurter Straße für jeden ersichtlich sind.

Kunst von Schülern ausstellen war eines der Ziele von Annalena Kibbert und Beate Segieth. Jetzt haben sie erstmals ein Projekt eines gesamten Kurses der Humboldtschule in den Fenstern arrangiert. Die 14- bis 15-jährigen Schüler haben sich in dem Lerninsel-Kurs Kunst zum Thema „Mensch im Mittelpunkt“ einiges einfallen lassen.

„Aufregend“, finden die Schüler es, dass jetzt alle ihre Bilder sehen können.
„Aufregend“, finden die Schüler es, dass jetzt alle ihre Bilder sehen können. Annalena Kibbert schaut sich jedes Kunstwerk an. © Lorencic, Sarah

Eine Lerninsel ist eine Besonderheit der Sekundarschule. Die Neuntklässler suchen sich in diesem Bereich einen Schwerpunkt aus. Noten gibt es am Ende nicht, es geht vielmehr um die freie Entfaltung und Entwicklung, erklärt Kurs- und stellvertretende Schulleiterin Christina Meemann. Wie die Schüler an das von ihr gestellte Thema herangehen wollten, blieb ihnen überlassen.

Herausgekommen sind Zeichnungen von Gesichtern, Körpern, Händen, Füßen. Ausdrucksstark, detailliert und mit verschiedenen Techniken angefertigt. Auch Skizzen sind dabei, die die Entwicklung der einzelnen Schüler der vergangenen neun Monate dokumentieren. Viele waren von sich selber überrascht, wie sie im Gespräch erzählen. So lernten sie in der Lerninsel viel über sich und hatten ohne den Druck der Notengebung alle Freiheiten, sich selbst zu entdecken.

Gezeichnet haben die Schüler im Homeschooling zu Hause. Einige Male haben sie sich in der Schule getroffen, zuletzt am Ende zur Besprechung der Kunstwerke. Hier sahen sie die Bilder ihrer Mitschüler zum Teil zum ersten Mal. Den Vorteil, dass man zu Hause komplett eigene Ideen entwickelt, ohne sich von den Werken der Mitschüler inspirieren zu lassen, sieht Annalena Kibbert positiv. Sie sieht in jedem Bild etwas Besonderes und lässt sich am Tag des Ausstellungsbeginns im Fenster von jedem Schüler sein Bild vorstellen, ist interessiert.

Themen in den Bildern

Vieles haben die Schüler in den Bildern untergebracht. Corona aber ist nur in einem Bild eines Gesichts mit Mundschutz ersichtlich. Gefühle spielen eine Rolle, Wut und Trauer. Aber auch Schönheitsideale, Muskeln und Mode sind von den Jugendlichen dargestellt. Für manche Bilder gab es Vorlagen, andere sind eigene Kreationen.

Dass sie ihre fertigen Projekte im Kulturfenster an der Frankfurter Straße ausstellen können, finden die Humboldtschüler gut und freuen sich. „Aufregend“, finden sie es, dass jetzt alle ihre Bilder sehen können. Jetzt steht nicht mehr nur der Mensch im Mittelpunkt, sondern auch sie. Darum geht‘s beim Kulturfenster.

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