Lockdown trifft Künstler, Veranstalter und die Bürger in Halver

Harter Schnitt im Kulturbereich

Corona-Pause in den Ausstellungsräumen der Villa Wippermann.
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Corona-Pause in den Ausstellungsräumen der Villa Wippermann.

Der November-Lockdown mit seinem Veranstaltungsverbot greift hart ins städtische Kulturleben ein. Der Monat wäre vollgepackt gewesen mit Veranstaltungen, auf die die städtische Kulturbeauftragte Ingeborg Zensen stolz war, wie sie selber sagt. Nun versucht sie zu retten, was zu retten ist.

Halver - Fünf Veranstaltungen sind es, die nicht oder mit großer Verzögerung stattfinden werden, zählt man Sissi Perlinger hinzu, die eigentlich den Freitagabend in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) hätte gestalten sollen. Comedy und Kabarett mit der „Perlingerin“ sind nun vertagt auf den Juni kommenden Jahres. Und das gilt ebenso für Wilfried Schmickler, der am 25. November auf der Bühne hätte stehen sollen. Ersatztermin: 15. Juni 2021.

Richtig gefreut hatte sich die Kulturbeauftragte auch auf Wildes Holz. Gebucht war das Ensemble mit Kontrabass, Gitarre und Blockflöte für den 14. November. Der Ausweichtermin, den Ingeborg Zensen vereinbaren konnte, liegt nun im März 2022.

Wann es klappen könnte mit Ham & Egg, dem schrillen Travestie-Duo. ist zurzeit noch offen. Bereits im März dieses Jahres hatte die Pandemie den Auftritt platzen lassen, jetzt scheiterte auch der Ausweichtermin, der für den 6. November eingeplant war.

Kindertheater geschoben

Ersatzlos fällt die Weltklassik am Klavier aus, vorgesehen für den 22. November. Aber: Für König Rattus und die Ritter der Käserunde, Theaterstück für alle Menschen ab drei Jahren, eigentlich gebucht für den 21. November, hat Ingeborg Zensen einen Ausweichtermin gefunden. Am Samstag, 12. Dezember, soll das Kindertheater nun über die Bühne gehen. Doch vom prallen Halveraner Kultur-November ist somit nichts geblieben – außer den schwierigen Umständen für die Künstler, die ihren Lebensunterhalt aus dieser Tätigkeit praktisch nicht mehr bestreiten können.

Die Ausstellung der Gildengruppe Stoffwechsel liegt zunächst auf Eis.

Die Kulturbeauftragte beschreibt es klar: Angesichts der zulässigen Besucherzahlen bleibt einigen von ihnen vom Auftritt nichts. Die Gage fließt in Licht, Ton und Technik. Die eigentliche Darbietung erfolge umsonst. Das halte niemand lange durch, weiß Ingeborg Zensen. Die Künstler kehrten, womöglich, in ursprüngliche, „normale“ Berufe zurück.

Dabei drängt es sie auf die Bühne, und zwar mit Macht. Ein Ausrufezeichen setzt dabei Timo Marc, der für das inzwischen 5. Halveraner Varieté verantwortlich zeichnet. Das ist vorgesehen für den 16. Januar um 20 Uhr abends. Weil absehbar scheint, dass weiterhin nur beschränkter Zutritt möglich sein wird, gibt’s einen weiteren Auftritt am Folgetag vormittags um 11 Uhr – ohne Mehrkosten, sondern einfach deswegen, weil dann mehr Menschen das Varieté sehen können.

Düster sieht es im November allerdings auch für die Villa Wippemann aus, wo Ausstellungsorganisatorin Jana Eilhardt bis zuletzt gehofft hatte, mit dem überschaubaren und gut zu organisierenden Haus vom Lockdown verschont zu bleiben.

Präsentation im Internet

Doch seit Freitag ist klar, dass auch die Ausstellungen im Regionalmuseum bis zum Monatsende schließen müssen. Bereits die Eröffnung der Ausstellung Quilts der der Lüdenscheider Gildegruppe Stoffwechsel am vergangenen Freitag fiel ins Wasser. Bis zum 10. Januar soll sie zu sehen sein. Nun will Jana Eilhardt die schönen Arbeiten und Geschichten drumherum online sichtbar machen auf den Kanälen Instagram und Facebook, wie sie sagt. Auf diese Weise hatte sie im Frühjahr bereits die Auswirkungen des ersten Lockdowns mit bemerkenswerter Reichweite umschiffen können, als sie die Malereien, Skulpturen und Druckgrafiken von Jürgen Grislawski vorstellte.

Keinen Ersatz gibt es hingegen für die November-Vorträge in der Villa im Zusammenhang mit der Ausstellung Wald & Wild. Ob Ausweichtermine hierfür gefunden werden könnten, bleibt offen. Ebenso fallen die Stoffnachmittage im November aus.

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