600 Kubikmeter Boden müssen ausgetauscht werden

Arbeiten am Bahnhofsgelände in Oberbrügge angelaufen

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Unterhalb der Bergstraße müssen rund 600 Kubikmeter Boden ausgetauscht werden. Dort entsteht ein Teil der Park-and-Ride-Anlage.

Oberbrügge - Am Bahnhof Oberbrügge werden die Weichen gestellt, um die Anlage unter Umständen schon in diesem Jahr nutzbar machen zu können. Bei einem Ortstermin am Mittwoch machten sich Vertreter des städtischen Bauamts ein Bild von den begonnenen Arbeiten.

Sichtbarstes Zeichen ist die Sperrung der Bergstraße, die den künftigen Haltepunkt von zwei Seiten an die Volmestraße (Bundesstraße 54) anbindet. Voraussichtlich bis zum 11. Juni sind Firmen und Wohnbebauung nur noch von Süden zu erreichen. 

Die Gesamtmaßnahme zur Herstellung des neuen Haltepunkts besteht aus mehreren Teilen:

  • Zunächst hergestellt wird der Bahnhofsvorplatz. Dafür fließen Mittel der Städtebauförderung.
  • Im Anschluss werden die Park-and-Ride-Anlagen gebaut, unter anderem auch mit Fahrradstellplätzen. Außerdem gehört zu dieser Maßnahme eine Treppe, die im nördlichen Bereich den Bahnsteig von der Volmestraße aus zugänglich machen soll.
  • Die Herstellung der Bergstraße im Bereich der Park-and-Ride-Anlage ist städtisches Projekt und erfolgt als investive Maßnahme aus dem Haushalt der Stadt Halver.
Ortstermin am Bahnhof Oberbrügge: Christoph Stillger und Michael Schmidt vom Bauamt besprachen mit Mark Kriesten und Jürgen Klais (von links) den Stand der Arbeiten.

Bodenaustausch im Parkplatzbereich

In dem Bereich der Park-and-Ride-Plätze unterhalb der Bergstraße werden aktuell die Begrenzungsmauern gesetzt, außerdem findet ein Bodenaustausch statt. „Es müssen circa 600 Kubikmeter Boden ausgetauscht werden“, erklärt Mark Kriesten, dessen Meinerzhagener Baufirma die Arbeiten durchführt. Grund für den Austausch ist die schlechte Tragfähigkeit des Bodens, in dem Schlamm, Abfall und Mutterboden vorgefunden wurden.

„Es war eine illegale Müllkippe, von der wir vorher nichts wussten“, erklärt Michael Schmidt, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen. Über viele Jahre seien dort Gartenabfälle abgeladen worden. Es sei nichts Giftiges dabei, aber der Boden kann, weil er nicht tragfähig ist, nicht wieder verbaut werden. Es soll zur Entsorgung zu Ecosoil in Ennepetal abgefahren werden, sagt Jürgen Klais von Bramey.Bünermann Ingenieure GmbH, deren Schalksmühler Niederlassung für das Projekt am Bahnhof Oberbrügge zuständig ist.

Das Problem betrifft die Parkplätze, die unterhalb der Bergstraße liegen. Auch oberhalb entstehen mehrere Parkplätze, für die ein etwa 15 Meter langes Stück der Mauer entfernt werden muss. „Wir gehen davon aus, dass die Böden dort geeignet sind, um sie unten einzubauen“, gibt sich Bauunternehmer Kriesten zuversichtlich.

Ein 15 Meter langer Mauerabschnitt wird ebenfalls noch Parkplätzen weichen.

Noch zu Beginn des Jahres war offen, wer für Mehrkosten für die Herstellung der Park-and-Ride-Plätze aufkommt. Bedingt durch höhere Entsorgungskosten für belasteten Boden und allgemeine Preissteigerungen aufgrund der Baukonjunktur lagen die Kostenschätzungen damals bei 390.000 statt der veranschlagten 256.000 Euro. Die Mehrkosten hatten Ende vergangenen Jahres für Nachfragen im politischen Raum gesorgt.

Das scheint sich inzwischen erledigt zu haben. In Gesprächen mit dem Fördergeber, dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), hatte sich herauskristallisiert, dass auch die Mehrkosten über den vorherigen Zuwendungsbescheid hinaus förderfähig sind. 90 Prozent der Maßnahme trägt er NWL. Der Eigenanteil der Stadt liegt damit bei 10 Prozent.

Wann tatsächlich Züge zwischen Lüdenscheid über Meinerzhagen Richtung Köln in Oberbrügge halten, ist noch nicht klar. Die Bahn selbst will den Bau des erforderlichen Bahnsteigs nach Informationen des AA noch in diesem Jahr in Angriff nehmen.

„Die Bahn wird ihren Teil ab Sommer anpacken“, sagt Schmidt. „Wir werden Gas geben, dass wir bis dahin aus diesem Bereich raus sind.“ Das heißt, die Arbeiten am Bahnhofsvorplatz, der direkt an das Bahngelände und damit die spätere Baustelle der Bahn grenzt, sollen dann abgeschlossen sein. „Danach sind wir nur noch im Bereich Straße und Parkplätze zugange.“ Nach Angaben der Bahn soll der Haltepunkt Oberbrügge bis Ende 2019 fertiggestellt sein.

Besprochen wurde beim Ortstermin außerdem die Entwässerung der Parkplätze, die größtenteils die Bergstraße entlang erfolgen soll, sowie die genaue Breite des Grünstreifens am Rand des Bahnhofsvorplatzes.

Dessen Breite sei auch abhängig von der barrierefreien Erschließung, sagte Bauamtsleiter Schmidt. Der Platz an der Stelle ist knapp, wird durch Bergstraße und die Zufahrt zu den dortigen Häusern begrenzt. Daher wurde die Möglichkeit ins Spiel gebracht, die geplante Rampe innerhalb des Streifens durch einen Knick zu verlängern und so das Gefälle quasi zu strecken. „Jeder Zentimeter tut uns gut“, sagt Schmidt.

Begleitende Maßnahmen

Projektbegleitend zur eigentlichen Maßnahme – und nicht als Teil des Auftrags – sollen auch mehrere Metallpfosten entlang der Bergstraße, die aus alten Schienen bestehen, entfernt werden, teilt Ingenieur Klais mit. Zudem sei der Schleifkottenbahn ein Angebot für Arbeiten gemacht worden, die im Zuge der laufenden Baumaßnahmen ebenfalls durchgeführt werden könnten. „Dabei geht es um Elektro- und Wasseranschluss für eine geplante Servicestation, die hier eingerichtet werden soll“, sagt Klais.

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