Kritik verdichtet sich

Landwirt Feckinghaus sieht sich im Recht

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Mit sogenannten Klötzen und dicken Verbänden wurde dieser Kuh am Samstag auf dem Hof von Jürgen Humke geholfen. In zwei Wochen wird der Klauenpfleger erneut kommen, um die schwerer verletzten Tiere noch einmal zu behandeln.

Halver - Landwirt Tobias Feckinghaus bleibt dabei: Die knapp 50 Kühe, die vor gut zwei Wochen von seinem Hof geholt wurden, seien in einem „Top-Zustand“ gewesen. Er habe sich absolut nichts zu Schulden kommen lassen. AA-Informationen zufolge war dies jedoch nicht der Fall, wie mehrere Quellen unabhängig von einander bestätigen.

Abgeholt wurden die Tiere aufgrund eines Gerichtsbeschlusses. Die Kühe gehören, wie bereits berichtet, der HW Leasing GmbH aus Wismar. „Die Mitarbeiter der Firma und der Gerichtsvollzieher haben die Tiere gesehen und den guten Zustand bestätigt“, sagt Feckinghaus. Die Art der Verladung und der Transport durch Viehhändler Jürgen Humke seien Schuld an dem Zustand. Hinzu komme die andere Art der Haltung und der Stress. „Bei mir haben die Tiere auf Stroh gestanden, wenn sie jetzt auf Betonspalten stehen, kommt es zu Problemen“, erklärt der Halveraner Landwirt.

Am Samstag wurden die Kühe, die bei Jürgen Humke untergebracht sind und dort auf einer Weide stehen, einem Klauenpfleger vorgestellt. „Rund die Hälfte der Tiere musste dringend versorgt werden“, sagt der Klauenpfleger, der namentlich nicht genannt werden möchte. Die Verletzungen, Verwachsungen und Entzündungen hätten seiner Meinung nach unmöglich in den vergangenen zwei Wochen entstehen können - zumindest nicht in diesem Ausmaß.

Pilzerkrankungen, Geschwüre, Gelenkentzündungen

Dem AA liegt derweil das Protokoll des Kuh-Experten vor. Immer wieder ist darin von Pilzerkrankungen, Geschwüren, Gelenkentzündungen und doppelten Sohlen die Rede. Bei einem Tier wird die Schlachtung aufgrund der Verletzungen angeraten.

„Bei einigen Tieren erkennt man, dass da mal was gemacht worden ist, allerdings nicht besonders fachkundig“, sagt der Klauenpfleger. Der Halveraner Landwirt schwört hingegen, dass seine Tiere halbjährig einem Klauenpfleger aus den Niederlanden vorgestellt werden - unmittelbar nach der Abholung sei das zuletzt der Fall gewesen.

Feckinghaus erhebt schwere Vorwürfe

Feckinghaus erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen einen Landwirt, der die Tiere aufgenommen hat, die noch gemolken werden müssen. Dieser hatte Ende vergangener Woche im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger gesagt, dass in der Milch der Tiere Hemmstoffe durch die Gabe von Medikamenten nachgewiesen worden seien. „So ein Blödsinn. Man will mich fertig machen. Der hat die Spritze selber gegeben und schiebt es mir in die Schuhe“, so Feckinghaus. In einem Gespräch am vergangenen Donnerstag hatte der Landwirt zu diesem Thema noch gesagt, dass einige der abgeholten Tiere Medikamente bekommen hätten, aber gekennzeichnet gewesen wären. Die Kennzeichnung wäre jedoch während des Transports verwischt. „Außerdem kann man ja schon einmal eine vergessen.“.

Amtsveterinär widerspricht

Des Weiteren wirft Feckinghaus Humke vor, dass die Tiere gar nicht hätten transportiert werden dürfen, da sie eine sogenannte BHV1-Impfung bekommen haben, also ein Mittel gegen ein Herpes-Virus. „Der Amtsveterinär wird Ihnen das bestätigen“, sagte Feckinghaus. Doch genau dies tat Amtsveterinär Dr. Dieter Sinn nicht: „Es stimmt zwar, dass es damit eigentlich ein Transportverbot gibt. Allerdings gab es einen richterlichen Beschluss. Zudem bestand keine Gefahr für die anderen Tiere des Bestands oder den Verbraucher“, sagte Sinn auf AA-Anfrage.

Von der Firma HW Leasing gab es auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers keine Stellungnahme mehr. Dagegen berichtet Feckinghaus derweil von Drohanrufen, die er bekommen hätte. „Man will mich fertig machen. Bei mir ist alles in Ordnung. Wer es nicht glaubt, kann sich gerne selbst ein Bild davon machen.“

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