Kritik am Tierschutzverein

Der Tierschützer hofft, für die Katze ein Zuhause zu finden.

HALVER ▪ Eine frei laufende Katze hat jetzt für Aufregung zwischen einem Tierfreund und den heimischen Tierschützern gesorgt.

Das Tier war am Ostermontag bei Christian Zies aufgetaucht und wies nach den Schilderungen des Halveraners Bisswunden an der Brust und eine Entzündung am Kopf bis zum linken Ohr auf. In der Not wandte sich Zies dann an Tanja Schweda vom Tierschutzverein Halver-Schalksmühle – und wurde hier abgewiesen. „Die Antwort war, sie sei zu Hause und nicht in der Auffangstation, wo eh kein Platz mehr sei. Wenn wir das Tier nicht behalten könnten, sollten wir es vorerst wieder aussetzen“, zeigt sich Zies von der Aussage äußerst erschreckt. „So was hat nichts mit Tierschutz zu tun.“ Ebenfalls moniert er die schlechte Möglichkeit, die Tierschützerin zu erreichen. Letztlich habe er die Katze dann ins Tierheim Dornbusch mitgenommen, wo sie sofort medizinisch versorgt wurde.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, weist Tierschützerin Tanja Schweda erst einmal darauf hin, dass der Tierfreund gar nicht das Recht habe, eine Katze einzufangen. Lediglich Ordnungsamt, Polizei und eben der Tierschutzverein dürften dies. Außerdem handele es sich bei der Katze um einen „Freigänger“, der von einer ihr bekannten Frau immer mal wieder gefüttert werde. Einen Notfall habe sie nicht gesehen, aber der Hilfesuchende hätte auch direkt einen Tierarzt aufsuchen können. Denn: Lediglich ein freier Platz stünde derzeit für akute Notfälle in der Auffangstation am Langenscheid zur Verfügung. „Wir müssen immer einen Platz bereit halten, wenn beispielsweise eine Katze auf der Straße angefahren wird.“ Obwohl die heimischen Tierschützer auch nachts helfen würden, müsste ihnen doch ein Privatleben gewährt werden, will Schweda die Aussage relativieren, sie sei erst nach einer Stunde erreichbar gewesen. „Wir sind nur eine Auffangstation und kein Tierheim.“

Und diese Auffangstation stößt räumlich mittlerweile wieder an ihre Grenzen. Auf den 60 Quadratmetern soll daher rund ein Jahr nach dem Umzug an den Langenscheid die erste Erweiterung erfolgen. So werde der Katzengruppenraum noch einmal unterteilt, damit mehr Tiere Platz finden. Auch im Keller soll noch ein Raum geschaffen werden, erklärt Schweda. Schließlich würde der Tierschutzverein Halver-Schalksmühle sich weiterhin für das Wohl der Tiere einsetzen. ▪ Marco Fraune

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