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Kritik am Friedhof im MK: Pläne für mehr Attraktivität

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Von: Sarah Lorencic

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Baumwurzeln untern Weg auf dem evangelischen Friedhof in Halver
Die Wege auf dem evangelischen Friedhof sind einigen Besuchern ein Ärgernis. Baumwurzeln drücken den Bodenbelag hoch. Aber die alten Bäume, die den Friedhof ausmachen, sollen erhalten und die Wurzeln geschützt werden. © Lorencic, Sarah

Für manch einen ist der evangelische Friedhof kein Ort der Ruhe, sondern der Aufregung. Die Anlage wird von einzelnen Besuchern kritisiert. „So schlimm hat er noch nie ausgesehen“, heißt es in einem sozialen Netzwerk. Ist das so? Wir klären die Diskussion.

Halver – Die Wege sind uneben, gar Stolperfallen. Einige Felder sind verwildert. Und gerade für die älteren Besucher gibt es kaum Sitzmöglichkeiten, heißt es. Fotos dokumentieren den Zustand des Friedhofs, der seit 1871 besteht.

Ein Besuch vor Ort. In diesen Tagen sind die Mitarbeiter vor allem mit dem Laub beschäftigt. „Laub und Beerdigungen“, sagt Friedhofsgärtner Frank Petzel. Gearbeitet wird, bis es dunkel wird. Er und sein Kollege Matthias Barwanitz kümmern sich hauptsächlich um den Friedhof. Sie schätzen die Nähe zur Natur und das Arbeiten im Freien. Die Kritik prallt an ihnen ab. Sie sehen das anders. Einzelne Wege seien uneben, das streiten sie und auch Friedhofsleiter Ulrich Streppel nicht ab. Der teils asphaltierte Boden reißt auf, wo sich Wurzeln der alten Bäume hochdrücken. „Sollen wir die Bäume fällen?“, fragt Petzel. Problematisch sind Wegabschnitte an einigen Stellen. Darum will man sich auch kümmern, sagt Ulrich Streppel. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Friedhofausschusses der Evangelischen Kirchengemeinde Halver gibt es des Öfteren Rundgänge. Teilweise wurden Wege bereits erneuert, Abschnitt für Abschnitt wurde der Asphalt mit Pflastersteinen ersetzt. Aber eine Kompletterneuerung wäre ein großer Kostenfaktor. Notwendig ist sie auch nicht - der überwiegende Teil der Fußwege sind intakt.

Ulrich Streppel ist der Leiter des evangelischen Friedhofs in Halver.
Ulrich Streppel ist der Leiter des evangelischen Friedhofs in Halver. © Lorencic, Sarah

Verglichen wurde der Zustand des Friedhofs mit dem katholischen Nachbarn. Dort sei alles gepflegt. Vergleichen aber könne man die beiden Ruhestätten nicht, heißt es seitens der Mitarbeiter. Der evangelische Friedhof ist wesentlich älter als der Katholische und viermal so groß.

Als Ulrich Streppel vor etwa 32 Jahren beim Friedhof anfing, war noch jedes Feld belegt. Lediglich Lücken gab es ab und zu im unteren Teil der Ruhestätte. Nur ein Feld im oberen Bereich bot Platz für neue Grabstätten. Das ist jetzt anders. Die Lücken werden größer. Die Arbeit dadurch mehr. Zwei Felder laufen derzeit aus. Wenn die letzten Grabstellen abgelaufen sind, soll dort etwas Neues entstehen. Möglichkeiten für andere Bestattungsarten oder auch Bereiche, die zum Verweilen einladen. Diese beiden Felder fallen derzeit auf. Gerade im Sommer wuchs das Gras auf den Flächen hoch. Nicht nur Arbeit sollte gespart, sondern auch etwas für die Umwelt getan werden. Auf fast jedem großen Friedhof, der die Entwicklung mitmacht, sind solche Flächen vorhanden.

Meist steckt in ihnen ein Hinweisschild „Wir lassen es für die Bienen und Insekten wachsen“ oder Ähnliches. „Hätten wir auch mal so ein Schild aufgestellt“, sagt Ulrich Streppel. Dann, vermutet er, hätte es die Kritik vielleicht nicht gegeben. Umweltschutz wird in diesen Zeiten groß geschrieben. Auch auf dem Friedhof. Pestizide werden nicht mehr eingesetzt, „aber wenn Unkraut wächst, sollen wir es am besten sofort wieder nutzen“, kritisiert Frank Petzel den Widerspruch.

Früher waren alle Felder voll belegt. Jetzt prägt Wiese die Fläche.
Früher waren alle Felder voll belegt. Jetzt prägt Wiese die Fläche. © Lorencic, Sarah

Das hohe Gras haben er und sein Kollege bewusst nicht gemäht wegen der Laubfrösche. Umweltfreundlich sind zudem auch Wege, die weder asphaltiert, noch gepflastert sind. Alternativ können sie einfach mit Schotter aufgefüllt werden, zum Teil mit Wiese, die darauf wächst. Das ist günstig und gut für die Umwelt. Auf vielen Friedhöfen sei das die gängige Methode.

Wie es seitens der Mitglieder des Friedhofausschusses heißt, spricht man intern darüber, wie man den Friedhof attraktiver gestalten kann. Dazu zählen die Wege, aber auch Sitzgelegenheiten und weitere Möglichkeiten. Eine Anfrage bei einem Friedhofsplaner sei bereits gestellt, wie Vorsitzender Reinhard Teubner sagt.

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