Ann Kristin Theiß kennt alle Straßen

Erst Pechstraße – dann Südstraße. An vielen Orten haben sich die Straßen geändert. ▪ Weber

HALVER ▪ Sie kennt sie alle. Weiß wo sie sind. Weiß auch, was sie bedeuten. Weiß eben alles. Ann Kristin Theiß hat ihre Bachelor-Arbeit Halvers Straßen gewidmet.

Am Dienstag überreichte die 22-jährige Halveranerin ihr Werk an Bürgermeister Dr. Bernd Eicker. Der freute sich über das Geschenk: „Ich finde es toll, wenn sich junge Menschen für Heimatgeschichte interessieren.“ Er hat dann auch gleich vorgeschlagen, die Arbeit auf der Halveraner Homepage zu verlinken.

Die Recherche begann mit Fleißarbeit: Denn zunächst musste Ann Kristin Theiß, die 2007 ihr Abitur am AFG gemacht hat, alle Straßen erfassen. „Ich habe mir einen Stadtplan von Halver genommen und dann ging’s los.“ Am Ende hatte sie 17 Seiten in der Hand – Halvers Wege und Straßen von A bis Z.

Erst dann konnte sie mit der wirklich spannenden Arbeit beginnen. Theiß wollte herausfinden, warum die Straßen heißen, wie sie heißen. Was ihre Namen bedeuten. Und ob sie vielleicht schon mehrere Bezeichnungen hatten. „Besonders vor und nach der NS-Zeit hat es viele Umbenennungen gegeben.“ So hieß die Leye einst Adolf-Hitler-Platz. Aber auch sonst gab’s Änderungen: Die Südstraße war früher die Pechstraße. Weil dort eben viele Schuster gearbeitet haben, die Pech benutzten.

Bei allen Straßen gelang es Ann Kristin Theiß allerdings nicht, etwas herauszufinden. Dabei hat die Studentin viele Quellen angezapft. Hat sich mit Hans-Jürgen Kammenhuber zusammen gesetzt oder zusammen mit Elke Niggeloh im Halveraner Stadtarchiv geforscht. Dabei brauchte sie vor allem die Hilfe ihres Opas Heinz Holzmann: „Einiges war auf Sütterlin geschrieben. Er hat es mir übersetzt und wichtige Stellen markiert.“ Vieles hat die Studentin auch aus einem Buch von Alfred Jung übernommen. „Ich habe natürlich nicht das Rad neu erfunden.“ Dennoch, eine aktuelle Auflistung aller Straßen samt deren Bedeutung, das ist schon etwas Besonderes. Passend zu den Texten hat Theiß Fotos gemacht. Teilweise auch Bilder aus Büchern von Peter Bell benutzt.

Auf die Idee mit den Straßennamen brachte Ann Kristin Theiß ihr Dozent. Viele seiner Studenten haben bereits ihre Heimatstädte in Sachen Straßen unter die Lupe genommen. „Auch ich war sofort von der Idee begeistert“, sagt die angehende Grundschullehrerin. Sie hat Germanistik mit Sachunterricht und Biologie an der Universität Vechta studiert. Zurzeit befindet sie sich dort im zweiten Master-Semester. Im Sommer, hofft Ann Kristin Theiß, ist sie fertig.

Ab sofort hat übrigens jeder die Möglichkeit, sich die Bachelor-Arbeit im Halveraner Archiv anzuschauen. ▪ Lisa Weber

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