Krippenspiel führt Tradition und Moderne zusammen

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Das diesjährige Krippenspiel stand unter dem Titel „Weihnachten im Internet“. ▪

HALVER ▪ „Denkt dran – ihr müsst deutlich sprechen und am besten ein weniger lauter als normal.“ So und ähnlich lauteten die letzten Anweisungen für die zwölf Jungen und Mädchen, die an Heiligabend in der katholischen Kirche auftraten. Denn beim Wortgottesdienst von „Christus König“ führten die Kinder, von denen die meisten im kommenden Jahr Erstkommunion haben, ihr Krippenspiel auf.

Ganze fünf Wochen hatten Anja Brauner und Katja Hüttenschmidt mit den Jungen und Mädchen zuvor das Stück geübt. Natürlich ging es darin um die Geschichte von Jesus Geburt. „Doch die Handlung drumherum ist jedes Jahr anders“, verriet Katja Hüttenschmidt. In diesem Jahr stand das Stück unter dem Motto „Weihnachten im Internet“: Ein Kind sitzt zu Weihnachten am Computer und surft im Internet. Die Oma kommt dazu und will das Mädchen zum Abendessen und zur Bescherung rufen. „So prallen da dann die Welten aufeinander: Die Oma, die das traditionelle Weihnachten mag und das Kind, das für die moderne Zeit steht und lieber am PC sitzt“, so Hüttenschmidt. Doch dann beginnt die Oma, von Bethlehem zu erzählen – und sucht gemeinsam mit der Enkelin im Internet danach. Dort finden die beiden die passenden Bibelstellen zur Weihnachts-Geschichte, die die anderen Jungen und Mädchen an Heiligabend in der Kirche in das Krippenspiel umsetzten. Da fehlten natürlich weder Maria und Josef, noch die Hirten, noch die drei Weisen aus dem Morgenland, die die Kinder in bunten Kostümen darstellten. Oma und Enkelin kamen sich im Krippenspiel schließlich doch näher: „Die Oma findet Gefallen am Internet und die Enkelin an der traditionellen Geschichte. So führt Weihnachten Alt und Jung zusammen“, sagte Katja Hüttenschmidt.

Doch auch die Pfadfinder des Stammes Don Bosco waren an der Messe an Heiligabend beteiligt. Sie verteilten dort das Friedenslicht. Das war vor einigen Wochen in Bethlehem entzündet und dann per Flugzeug und Bahn weitergereist bis nach Wien und schließlich nach Essen und von dort dank der Pfadfinder in viele andere deutsche Städte – so auch nach Halver. Die Besucher der Messe konnten kleine Kerzen mitnehmen, die in der Kirche bereit standen. Diese entzündeten die Pfadfinder später mit dem Friedenslicht. „Das Licht steht für den Frieden, den Jesus Christus in die Welt gebracht hat“, sagte Pastor Claus Optenhöfel.

Optenhöfel ging auch darauf ein, dass Jesus erst in der Nacht geboren worden sei. Nachmittags war es also noch gar nicht Weihnachten. „Doch in Papua Neuguinea ist jetzt Mitternacht. Da ist also schon Weihnachten,“ so Optenhöfel, der den Kindern in der Kirche davon erzählte, dass Menschen auf der ganzen Welt die Geburt Christi feiern. Stimmungsvolle Weihnachtslieder wie „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ und „Ihr Kinderlein kommet“ rundeten den Gottesdienst an Heiligabend ab. – svh

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