"Kripo ermittelt weiter professionell"

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Halver - „Die Kriminalpolizei ermittelt weiterhin in Halver, und zwar genauso professionell wie früher“, so reagierte gestern Marcel Dilling, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis, auf eine Stellungnahme des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK).

Dieser hatte kritisiert, dass Halver – anders als noch vor einigen Jahren – kein Kripo-Stützpunkt mehr ist. „Derzeit arbeitet kein Kriminalbeamter dauerhaft in Halver“ bestätigte Marcel Dilling auf Anfrage unserer Redaktion.

Allerdings sei diese Situation nicht neu, sondern bestehe bereits seit Mitte 2014. Und dass Halver mit vier Kriminalpolizisten besetzt war, sei bereits etliche Jahre her. Deren Aufgaben seien intern umverteilt worden.

Fallen Ermittlungstätigkeiten wie Vernehmungen oder Spurensicherung nach einem Diebstahl oder Einbruch an, kommen Kriminalbeamte aus Lüdenscheid nach Halver. Betroffene Bürger müssten sich nicht auf den Weg in die Lüdenscheider Wache begeben, um eine Aussage zu machen, sagte Dilling.

„Es hat eine organisatorische Kräftebündelung in Lüdenscheid stattgefunden“, so bewertet der Pressesprecher die aktuelle Situation. „Eigentlich sind jetzt mehr Kollegen für Halver da, die sich die Arbeit teilen.“ Wie viele Kriminalbeamte in Lüdenscheid arbeiten und demnach mit für Halver zuständig sind, wollte Dilling nicht mitteilen. „Solche Zahlen geben wir nicht heraus“, sagte er.

Der Pressesprecher verwies jedoch auf die Halveraner Wache. Diese sei weiterhin rund um die Uhr besetzt, um Anzeigen aufzunehmen, und die Polizisten des Wachdienstes seien gut ausgebildet. Dem Vorwurf des BDK, es fehle an Kriminalbeamten, die die örtlichen Straftäter gut kennen, widersprach Dilling: „Die Polizei hat die Intensivstraftäter trotzdem auf dem Schirm. Ihre Namen und Gesichter sind bekannt.“

Und auch den Vorwurf, den Halveranern fehle vor Ort ein bekannter Kriminalbeamter, mochte der Pressesprecher so nicht stehen lassen. „Die Bürger kommen mit der Kripo sowieso selten in Kontakt“, sagte er. Und wer Opfer eines Verbrechens geworden sei, der wolle vor allem professionelle Hilfe – und die leiste die Lüdenscheider Kripo. Bekannter seien vielmehr die Kollegen des Wachdienstes, die regelmäßig in der Stadt unterwegs seien.

Die Frage, wie häufig sich Kriminalbeamte aus Lüdenscheid auf den Weg nach Halver machen müssen, konnte Marcel Dilling nicht beantworten. Michael Kern, stellvertretender Vorsitzender des BDK im Märkischen Kreis, verwies auf Nachfrage der Redaktion auf die Kriminalstatistik. Diese weist für das Jahr 2014 für Halver 731 Straftaten aus.

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