Kriminalitätsstatistik: Halver ist sicher

HALVER ▪ Trotz des Beutezugs des Trickdieb-Duos auf der Frankfurter Straße (siehe nebenstehender Bericht): Die Stadt im Grünen ist ein relativ sicheres Pflaster – diese Einschätzung erlaubt zumindest die Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr.

Zwar stieg die Gesamtzahl der Straftaten in Halver von 671 im Jahr 2010 auf 693 im Jahr 2011 leicht an, doch von den Werten anderer Städte ist man weit entfernt.

Maßgeblich für die Kriminalitätsdichte einer Stadt oder Gemeinde ist die so genannte Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), die sich aus der Zahl der bekannt gewordenen Fälle bezogen auf jeweils 100 000 Einwohner errechnet. Landesweit beträgt diese Kennziffer für das vergangene Jahr 8470. Im Bereich der Kriminaldirektion des Märkischen Kreises liegt sie bei 6388. Halver kommt auf eine Häufigkeitszahl von 4145 – ein positiver Trend, denn: Im Jahr 2010 lag sie noch bei 5909.

Der größte Teil der gemeldeten Straftaten in Halver geht der Statistik nach auf das Konto von Dieben: Im Jahr 2011 wurden hier insgesamt 247 Diebstähle gemeldet, 14 weniger als im Vorjahr. Dabei notierte die Polizei im vergangenen Jahr 30 Wohnungseinbrüche und damit genau so viele wie in 2010. Einen Anstieg verzeichnen die Ordnungshüter jedoch bei den Fällen von Körperverletzung: 102 Delikte wurden im zurückliegenden Jahr gezählt, 19 mehr als 2010. Und auch die Zahl der gefährlichen beziehungsweise schweren Körperverletzung stieg von 21 auf 28 Fälle an.

Fünf Sexualdelikte

im Jahr 2011

Wenn auch so genannte „Straftaten gegen das Leben“ in 2011 nicht in Halver gemeldet wurden, so musste sich die Polizei doch mit fünf Sexualdelikten auseinandersetzen – im Vorjahr war es kein einziges. In einem Fall untersuchten die Behörden dabei sogar den sexuellen Missbrauch von Kindern. Doch konnte die Polizei dieses Delikt laut Statistik ebenso aufklären wie einen weiteren Vergewaltigungsfall.

Generell ist in Sachen Aufklärung ein positiver Trend erkennbar: Lag die Aufklärungsquote im Jahr 2010 noch bei 53,8 Prozent, stieg sie 2011 auf 55,27 Prozent an. Relativ selten werden jedoch Einbrecher gefasst: In diesem Bereich lag die Aufklärungsquote bei 9,52 (Wohnungseinbrüche) beziehungsweise 11,11 Prozent (Tageswohnungseinbrüche). Straßenkriminalität (155-mal registriert) wurde in 23,23 Prozent, Gewaltkriminalität (35-mal) in 88,57 Prozent aller Fälle aufgeklärt.

Ein besonderes Augenmerk legt die Polizei im Märkischen Kreis auf den Bereich der Jugendkriminalität: Das zuständige Kommissariat verfolgt Tatverdächtige bis 21 Jahre und beschreite neue Wege, wie es heißt. So will die Polizei über Elternkontakte die Wiederholungsgefahr bei Ersttätern verringern. So genannte Schwellentäter sollen das Netzwerk aus Polizei, Jugendamt, Schule und Justiz zu spüren bekommen. Bekannte Mehrfachtäter landen auf einer Liste und werden von Beamten vor Ort „betreut“. Und notorische Intensivtäter sollen von Spezialisten und Szene-Kennern der Kripo verfolgt und überwacht sowie bei Bedarf möglichst schnell und wirkungsvoll bestraft werden.

Schwerpunkt auf

Einbruchsbekämpfung

Angesichts der aktuellen Kriminalitätsstatistik will die Polizei einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Einbrechern legen. Dabei sei sie besonders auf die Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Hauptkommissar Oliver Petrosch, Chef des für Lüdenscheid zuständigen Regionalkommissariates, baut auf Zeugenaussagen. „Jeder noch so kleine Hinweis kann für uns sehr bedeutend sein.“ Regenrohr- oder Balkonkletterer oder sogar verdächtige Autos müssten umgehend unter der Rufnummer 110 gemeldet werden, um mehr Ermittlungserfolge erzielen zu können. „Die Bürger müssen noch sensibler werden“, so Petrosch. ▪ zach/omo

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