Versorgungsquote für Kinder

Kitaplätze für rund jedes dritte Kind in Halver

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Halver - 452 Kinder in Halver zwischen 0 und 6 Jahren werden derzeit in Halver betreut. Das ist eine Versorgungsquote von 25,1 Prozent. Die übrigen rund 75 Prozent der Kinder sind Zuhause – und hätten auch keinen Platz mehr.

Erst im kommenden Kindergartenjahr 2020/21 können diejenigen, die bei der vergangenen Anmeldung leer ausgegangen sind, auf einen Platz hoffen. Insgesamt werden ab Sommer 492 Kinder betreut – sowohl in Kitas, bei Tagespflegeeltern oder in einer Großtagespflege. Das sind 40 Kinder mehr. Davon ist ein Platz mehr im U3-Bereich (89 in 2019, 90 in 2020) und 20 Plätze mehr für Kinder von 3 bis 6 Jahren (415 in 2019, 435 in 2020). In der Tagespflege im U3-Bereich gibt es neun weitere Plätze (36 in 2019, 45 in 2020). 

Und mit dem Mehr an Versorgungsmöglichkeit steigt auch die Quote: auf 29,4 Prozent. Das Kreisjugendamt, das die Kommunen ohne eigenes Jugendamt im Märkischen Kreis verwaltet, hat das Ziel, eine Versorgungsquote von 35 Prozent zu erreichen. Dass mehr Kinder einen Platz bekommen, liegt an der Kindervilla, der Großtagespflege der gemeinnützigen Sentiris GmbH, mit der neun U3-Plätze geschaffen wurden. Und ebenfalls an einer weiteren Gruppe in der Kita Wunderland in Oberbrügge, die zwei U3 und acht Ü3-Plätze ermöglicht sowie die Außengruppe der Awo-Kita Wundertüte in den Pavillons der Regenbogenschule, die 18 Vorschulkinder beherbergen wird. 

Neubau der Kita wirkt sich auf Betreuungsplätze aus

Mittelfristig wird sich auch der Neubau der Awo-Kita auf die Betreuungsplätze auswirken. Durch die Erweiterung werden drei weitere U3-Plätze und 19 Ü3-Plätze geschaffen. Dass das alleine nicht reicht, um die Quote von 35 Prozent zu erreichen, sondern nur 30,1 Prozent, ist dem Kreisjugendamt bewusst, sagte Matthias Sauerland, Fachdienstleiter im Jugendamt, im Ausschuss für Bildung und Jugend der Stadt Halver am vergangenen Donnerstag. „Es müssen weitere Plätze geschaffen werden.“ Der Kreis will daher zusätzliche Plätze in der Tages- und Großtagespflege schaffen. 

Bedarf ist nach wie vor enorm

Gerade der Bedarf dieser Art der Betreuung sei nach wie vor enorm und die Nachfrage „ungebrochen groß“. Im ganzen Kreis gibt es momentan 90 Tagespflegepersonen, die insgesamt 236 Kinder unter drei Jahren und 16 Kinder älter als drei Jahre betreuen. „Eine große Zahl von Kindern hängt immer noch in der Warteschleife.“ Des Weiteren stellten Bund, Land und Kreis Mittel für den weiteren Kitaausbau zur Verfügung, jedoch seien Gespräche mit Investoren, Stadt und Trägern über zusätzliche Plätze weiterhin notwendig. 

Doch was am Ende immer noch fehlt: Fachkräfte. „Der Fachkräftemangel spielt immer mit rein“, sagte Sauerland im Bildungsausschuss. Von Markus Tempelmann kam der ausdrückliche Hinweis, dass in die Kommunen investiert werden sollte, die noch weit unter der Quote lägen. Zum Vergleich: die Nachbargemeinde Schalksmühle liegt mit 37,1 Prozent auf Platz 2, dicht hinter der Gemeinde Herscheid mit 39,2 Prozent.

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