Coronavirus in der Gastronomie

Kreativität bei Corona-Gästelisten - regelmäßige Kontrollen sind eine Herausforderung

Gästeliste Corona Gastronomie Halver
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Beim Eiscafé Riviera wurden die Serviettenhalter umfunktioniert, sodass dort die Gästelistenschnipsel ihren Platz finden. Die Mitarbeiterin Carla Bernardes hat kein Verständnis für Gäste, die nicht ihren richtige Namen und Adressen angeben.

Wer sich in der Corona-Zeit in ein Restaurant oder Café begibt, muss sich in eine Liste eintragen. Name, Anschrift und Telefonnummer sind gefragt, um im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus ein mögliches Infektionsgeschehen nachvollziehen zu können.

Halver – Im Zweifel geht es eben auch darum, dass Menschen, die infiziert worden sein könnten, zu informieren, wie Lutz Eicker vom Ordnungsamt sagt.

Die Mitarbeiter aus dem Fachbereich für Bürgerdienste im Halveraner Rathaus kontrollieren diese Listen – und auch, ob die Gastronomien in Halver die Daten ordentlich sammeln. Vier Wochen müssen die Listen aufbewahrt werden. Erst dann dürfen und müssen sie vernichtet werden – aus datenschutzrechtlichen Gründen.

Falsche Angaben haben Konsequenzen

Wer auf den Listen falsche Angaben macht, soll fortan dafür Konsequenzen zu spüren bekommen. 250 Euro soll es kosten, wenn man die Listen nicht korrekt ausfüllt. „Einen Donald Duck habe ich noch nicht gelesen“, sagt Eicker und sehe auch Gastwirte in der Pflicht, auffallend falsche Angaben zu melden. Auch aus dem Grund, weil dem Ordnungsamt sowohl Zeit als auch das Personal dafür fehlen, regelmäßig und häufig Kontrollen durchzuführen.

Kontrolle gebe es zwar, sagt Lutz Eicker. Unangekündigt, teilweise abends oder auch am Wochenende würden die Listen zur Einsicht eingefordert. Aufgefallen ist dabei noch nie etwas.

Gastronom Kosta Gkelos vom Eiscafé Sole hat für die Gäste eine Art Wahlurne angefertigt.

Die Gastronomen in Halver hegen einen unterschiedlichen Umgang mit der Führung der Gästelisten. Im Eiscafé Sole wurde eine Box in der Art einer Wahlurne angefertigt, sodass die Gäste ihre Namen nicht auf eine vorgefertigte Liste schreiben, sondern auf einzelne Karten, die im Anschluss in die Box gelegt wird. „Dadurch haben unsere Gäste auch eine gewisse Sicherheit, dass nicht jeder ihren Namen liest. Das Konzept klappt wirklich gut, so haben wir es auch den ganzen Sommer über praktiziert“, zeigt sich der Gastronom Kosta Gkelos angetan von seinem Konzept. Probleme mit Gästen gab es im Zusammenhang mit dem Eintragen bisher keine.

Wenn ich meine Mitmenschen respektiere und akzeptiere, trage ich mich auch mit meinem richtigen Namen ein.

Carla Bernardes vom Eiscafé Riviera

Einen ähnlichen Umgang mit Gästelisten pflegt das Eiscafé Riviera, das seine Serviettenhalter umfunktioniert hat. Das Team schneidet Din-A4-Blätter in längliche Schnipsel, damit jeder einzelne Gast sich auf diesem verewigt und im Anschluss das Papierstück in den Serviettenhalter legt. „Es gab bei uns in den vergangenen Monaten wenig Beschwerden von Gästen, sie haben sich bereitwillig in die Listen eingetragen“, erklärt Mitarbeiterin Carla Bernardes. Kein Verständnis hat Bernardes für Personen, die nicht ihren richtigen Namen eintragen. „Wenn ich meine Mitmenschen respektiere und akzeptiere, trage ich mich auch mit meinem richtigen Namen ein.“

Digitale Erfassung im Litfass

Auf die digitale Schiene setzt das Litfass an der Schulstraße. Hier können sich die Gäste via QR-Code eintragen. „Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist das Modell mit dem QR-Code sicher. Ich kann auf das Portal per Passwort zugreifen und dem Ordnungsamt die Listen als Pdf-Datei aushändigen. Es ist die einfachste und hygieniscthe beste Lösung“, erklärt Inhaber Marc Haarmann. Alternativ sind aber auch händische Listen ausgelegt.

Eine Sicherheit gibt es aber weder bei der einen noch der anderen Variante, dass die Gäste auch ihre korrekten Namen und Adressen hinterlegen. „Wir fordern die Gäste natürlich dazu auf, sich in die Listen einzutragen oder sich per QR-Code zu registrieren, können aber nicht sicher stellen, ob die Namensangabe richtig ist. Wir sind nicht dazu berechtigt, uns den Personalausweis zeigen zu lassen. Wir sind Gastronomen, keine Polizisten“, äußert sich Haarmann.

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