Kreativhaus schließt wegen „zu großer Nachfrage“

Mit Wehmut betrachtet Ingrid Rumi ihre Inneneinrichtung und die Dekorationsgegenstände, von denen sie sich ebenfalls verabschieden will. ▪ Pfannschmidt

HALVER ▪ Jazzkonzerte, Darbietungen der Musikschule oder von Cora Büsch an der Harfe, Lesungen, Vorträge, Papiertheater, Mittwochs-Café, Kunst-Ausstellungen, Frühlings- und Weihnachtsmärkte, Backtage, offene Gartenpforte und vieles mehr im Kreativhaus in Schüreichhofen – das war einmal. Inhaberin Ingrid Rumi schließt ihr zum „Kulturzentrum“ gewordenes Kreativhaus zum Jahresende.

Genauer gesagt, nach dem kleinen Weihnachtsmarkt, der von Mittwoch bis Freitag, von 15 bis 19 Uhr, läuft. Damit findet das, was vor gut zehn Jahren in der umgebauten ehemaligen Scheune in Schüreichhofen begann, sein Ende.

Auf die Frage nach den Gründen sagt Ingrid Rumi: „Nicht wegen mangelnder Nachfrage oder Resonanz, sondern wegen zu großer Nachfrage.“ Bei rund 24 arbeitsreichen Wochenenden im Jahr – „freitags, samstags und sonntags“, so die 59-Jährige – sei der Wunsch nach freien Wochenenden immer größer geworden. Die Arbeit, der immense Aufwand bezüglich des für die Halveranerin bekannten hohen Anspruchs an ein stimmiges Ambiente und Angebot, „hat immer mehr Einsatz gefordert, der mit meinem Team von Teilzeitkräften immer schwerer zu leisten war“.

Mit ein bisschen Wehmut, insbesondere, wenn sie an die kulturellen Veranstaltungen denkt, schaut sich Ingrid Rumi in ihren Räumlichkeiten um, wo sie gerade ihre Inneneinrichtung, Deko und Gartenausstattung zusammenstellt, die sie während des Weihnachtsmarktes zum Schnäppchenpreis anbieten und damit einen endgültigen Schlussstrich unter das Kapitel Kreativhaus ziehen will.

Wenn sie zurückblickt, fallen ihr in erster Linie die kulturellen Aktionen ein. Zum Beispiel die Lesungen mit Rudolf Sparing, der „sehr lockere und interressante“ Vortrag von Dr. Walter Rosendahl aus Radevormwald über Goethe und seine Frauen – „ich habe gar nicht gewusst, dass es so viele waren“, hat auch sie dazugelernt –, die Lesung des Geschichten schreibenden Landwirtes Matthias Stürwoldt oder das Papiertheater, das sie sehr beeindruckt hat und auch beim Publikum gut angekommen ist.

Ganz will sie jedoch nicht von der kulturellen Bildfläche verschwinden. Im Grunde stets bemüht, die alte Tradition, die alte Hofkultur wieder aufleben zu lassen, will Ingrid Rumi weiterhin ihre historischen Wanderungen rund um die Eichhofer Bauernschaft im Grenzland zwischen Rheinland und Westfalen anbieten.

Ihre „Stammkundschaft“ hat Ingrid Rumi bereits über die Schließung informiert, und viele haben ihr das Bedauern darüber ins Gästebuch geschrieben. Auch jene Besucher, die per Zufall oder gezielt „nur“ zum Kaffeetrinken nach Schüreichhofen gefahren oder gewandert sind. Ebenso jene, die die Räumlichkeiten für private Feiern gemietet haben.

Das „Kreativhaus“ wird nun zur Wohnung, ist bereits vermietet und soll ab kommendem Jahr nur noch privat genutzt werden. ▪ Yvonne Pfannschmidt

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