Russisches Ehrenmal auf Friedhof restauriert

Bürgermeister Bernd Eicker und Helene Schölzel zeigen das restaurierte Ehrenmal und zeigen ein Bild, wie es vor der Bearbeitung ausgesehen hat. ▪ Ruthmann

HALVER ▪ Die Ausschreibung für die Sanierung des Mahnmals im Hohenzollernpark – das durch einen umgestürzten Baum beschädigt worden war (wir berichteten) – sei aus wirtschaftlichen Gründen, so erklärte am Mittwoch Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, zurückgezogen worden. Was natürlich auch bedeutet, dass am Volkstrauertag nicht, wie gewohnt, ein Kranz am Mahnmal niedergelegt werden kann.

Darauf verzichten möchte man von Seiten der Stadt allerdings nicht. Daher hat man sich das russische Ehrenmal auf dem evangelischen Friedhof ausgesucht, um am kommenden Sonntag, 18. November, einen Kranz niederzulegen. Der Bürgermeister betont aber, dass die Kranzniederlegung (ab 10.45 Uhr) nicht zur offiziellen Volkstrauertag-Gedenkfeier zählt, die, wie gewohnt, um 11 Uhr im Forum der Lindenhofschule stattfindet und an dem sich die Musikschule Volmetal und das Anne-Frank-Gymnasium beteiligen.

Weitere Gedenkfeiern zum Volkstrauertag finden am Sonntag jeweils ab 10 Uhr am Ehrenmal an der Susannenhöhe (mit Bürgermeister Eicker) und in Schulten-Hedfeld (mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Regina Reininghaus) statt. Die Einladungen richten sich an alle Bürger. Das gilt selbstverständlich auch für die Kranzniederlegung auf dem evangelischen Friedhof.

Das russische Ehrenmal befand sich in einem „verwahrlosten Zustand“, wie es Eicker ausdrückte. Ganz im Gegensatz zu den insgesamt 58 Grabsteinen – sowohl russische als auch von deutschen NS-Opfern – auf den evangelischen Friedhöfen in Halver und Oberbrügge, die im vergangenen Jahr mit Fördergeldern aus Arnsberg restauriert worden waren (wir berichteten).

Da fiel das Ehrenmal, dessen Inschrift kaum noch lesbar war, am Ende der Reihe der russischen Grabmale auf dem evangelischen Friedhof natürlich aus der Reihe. Seinerzeit versprach die Stadt, diesen Stein – er war nach dem Zweiten Weltkrieg von russischen Truppen, die auch in Halver waren, aufgestellt worden – mit städtischen Mitteln restaurieren zu lassen. Dies ist nun geschehen: Die Inschrift „Im ewigen Andeken an unsere in faschistischer Gefangenschaft gefallenen Kameraden“ sowie „1941 - 1945“ ist jetzt wieder zu lesen – allerdings nur für diejenigen, welche die kyrillische Schrift lesen können.

Eine Erklärungstafel mit der Übersetzung soll laut Bürgermeister Eicker noch angebracht werden. Dort findet die Kranzniederlegung mit Totenehrung und Trompeter am Sonntag statt. Der Weg dorthin: Der Mittelweg des Friedhofs ist in südlicher Richtung bis zum Ende zu gehen. Mach links abbiegen und nach wenigen Metern ist das Ehrenmal erreicht. ▪ Det Ruthmann

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