1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Halver

Kostal: Bürgermeister sorgt sich um Folgeeffekte

Erstellt:

Von: Sarah Lorencic

Kommentare

Kostal in Lüdenscheid Gebäude und Blumen
Das am Mittwochmorgen verkündete Aus für die drei Produktionsstandorte der Kostal Automobil Elektrik in Lüdenscheid, Meinerzhagen und Halver hat für Bestürzung in der Region gesorgt. © Cornelius Popovici

Ein Bekenntnis für die Region abgeben. Das wünscht sich der Bürgermeister mit Blick auf andere Unternehmen. Seine Reaktion auf die Kostal-Schließung.

Halver – Das am Mittwochmorgen verkündete Aus für die drei Produktionsstandorte der Kostal Automobil Elektrik (KAE) in Lüdenscheid, Meinerzhagen und Halver hat auch für Bestürzung bei Bürgermeister Michael Brosch gesorgt. Wenngleich Halver nicht der größte Standort sei, „geht es um rund 50 Mitarbeiter und damit um 50 Schicksale“, sagt Brosch. Zudem soll Halver das erste Werk sein, was von den dreien im Märkischen Kreis geschlossen werden soll.

Der Bürgermeister hofft auf weitere Verhandlungen und sozial-verträgliche Lösungen für die Beschäftigten. Als Stadt Halver, sagt Brosch, maße man sich nicht an, eingreifen zu können. Man könne nur die Verhandlungspartner bitten und an sie appellieren, dass die Mitarbeiter nicht zu sehr unter der Schließung leiden. Und vielleicht, sagt Brosch, „müssen sie sich umorientieren. Ich wünsche mir, dass die Menschen in anderen Bereichen unterkommen.“

„Zur Region bekennen“

Sorgen macht sich Brosch auch um mittelbare Effekte. Um Zulieferer, denen Aufträge wegbrechen zum Beispiel. „Ernste Sorgen“ macht er sich vor allem um weitere Schließungen in der Stadt oder Region. „Das ist ein zusätzliches Ereignis, das alles noch schwieriger in der Region macht.“ Und Probleme bekomme er von einigen Unternehmern gespiegelt. Beginnend beim Personalmangel falle hin und wieder auch die Überlegung, ins Ausland zu gehen - nach Ungarn, wie es auch Kostal vor hat. „Das mag manchmal richtig sein“, sagt Brosch. „Aber eigentlich sollte uns die Corona-Krise das Gegenteil gelehrt haben. Weil vieles nicht mehr im Land ist, gibt es auch viele Probleme.“ Es sei nicht immer richtig, alles so kostengünstig wie möglich zu halten. Er wünscht sich stattdessen, dass sich die Unternehmen und die Menschen „zur Region bekennen“.

Noch habe er mit niemandem über das Thema gesprochen und keiner suchte das Gespräch mit ihm. Das wird noch kommen, weiß Michael Brosch. „Jetzt sind erst einmal alle in einer Schockstarre.“ Wenn das Vorhaben von Kostal abgeschlossen ist, stelle sich die Frage der Folgenutzung der Immobilie. „Auch das wird uns noch beschäftigen“, sagt Brosch.

Auch interessant

Kommentare