Konzert für Taifun-Opfer

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Hofft auf Hilfen aus Halver und Oberbrügge: Jemmellee Hantid Cabahit.

OBERBRÜGGE -  Bei den Mitwirkenden des Oberbrügger Adventskonzertes laufen die Proben auf Hochtouren. Viele Besucher freuen sich dabei besonders auf den Auftritt des Gospelchores „The Albert Singers“. Mit dabei ist auch Jemmellee Hantid Cabahit. Beim Singen vergisst die gebürtige Philippinin für eine Weile die Sorgen, die sie bedrücken. Und sie hofft auf viele Konzertbesucher, die mit ihrer Spende helfen können.

Vor etwa drei Wochen zog der Taifun „Haiyan“ eine Schneise der Verwüstung über das Inselreich. So auch in Tacloban, in deren Nähe Cabahits Familie lebte. Die wenigen Informationen, die sie bekommen kann, erhält sie von einem in den USA lebenden Onkel. Von ihm weiß sie, dass zwei ihrer Nichten nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden konnten. Sie wurden bereits beigesetzt. Jemmellee Hantid Cabahit hat Tränen in den Augen, wenn sie erzählt, dass ein kleines dreijähriges Mädchen noch vermisst wird.

„Tacloban existiert nicht mehr, es ist eine Geisterstadt“, sagt sie leise. Die Menschen stehen vor dem Nichts. Sie haben nichts zu essen, kein Dach über dem Kopf, keine Kleidung. Die Regierung sei angesichts des Ausmaßes der Katastrophe damit überfordert, schnelle Hilfe zu leisten. Lebensmittel seien rationiert. „Manchmal mussten sie auf einen Sack Reis zwei Tage warten“, erklärt die Wahl-Halveranerin.

Für Cabahit war es ebenso wie für viele ihrer Landsleute weltweit eine Selbstverständlichkeit, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu helfen. „Privatinitiative ist immer die schnellste Hilfe“, meint sie. Direkt nach dem Unglück spendeten sie, drei Cousinen und der Onkel jeweils 200 Euro. „Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als gar nichts“, sagt sie traurig. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch: Ein Verwandter bekam ein Zelt von einer Hilfsorganisation. Das ist zugleich ein Symbol: Denn das Zelt bietet wenigstens ein Dach über dem Kopf. Die Menschen sind dabei, die Trümmer wegzuräumen, denn sie möchten an der Stelle, an der bis vor wenigen Wochen ihr Haus stand, ein neues aufbauen. Und eine Schule, damit die Kinder wieder unterrichtet werden können.

Die Organisatoren des Adventskonzertes bitten am Sonntag um Spenden für die philippinische Familie. Das Geld komme dort an, wo es benötigt wird. Das Konzert beginnt um 17 Uhr in der evangelischen Kirche am Glockenweg.

Von Ursula Dettlaff

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