"Falk & Sons" spielen Samstag in Halver

„Falk & Sons“ geben mit Halveraner Sängern ein Konzert.

Halver - Es gibt immer mal wieder Tage, die besonders sind: besonders spannend. Oder besonders aufregend. Der 20. September ist so ein Tag. Dann nämlich stehen Sängerinnen und Sänger vom Gospelchor „The Albert Singers“, vom vermischten Chor des CVJM Halver und von „Chorissimo“ der katholischen Kirche gemeinsam mit „Falk & Sons“ auf der Bühne.

Das Konzert in Halver

Beginn des Konzertes ist am 20. September um 19 Uhr in der Schmalenbach-Aula der Firma Turck in Halver. Der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt neun Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im Kö-Shop und bei Lederstrumpf in Halver, die Tickets können aber auch per E-Mail an thealbertsingers@web.de reserviert werden.

Zumindest einer der drei „Falkner“ ist berühmt: Dieter Falk. Der Musikproduzent und Komponist kommt mit seinen Söhnen ins Sauerland. Mit ihm sprach unsere Redakteurin Susanne Fischer-Bolz.

Herr Falk, am 20. September kommen Sie mit Ihren Söhnen nach Halver. Und zwar nicht zum Bummeln im Sauerland, sondern zum Konzert. Falk & Sons gibt es zu hören. Auf was dürfen sich die Gäste denn freuen?

Dieter Falk:  Auf ein interaktives Konzert, auch auf ein Familienprogramm und auf eine Reise quer durch die Musikgeschichte.

Sie spielen auch zusammen mit Halveraner Chören...?

Dieter Falk:  Ja, das ist richtig. Das machen wir ab und zu sehr, sehr gerne. Wir haben uns während des Chorprojekts „Die zehn Gebote“ vor vier Jahren kennengelernt. Die Halveraner werden am Schluss des Konzertes bei den Titeln dabei sein.

Vorher sieht man sich nicht, man probt nicht zusammen. Wird also improvisiert?

Dieter Falk:  Improvisiert eigentlich nicht. Die Sänger und Sängerinnen bekommen von mir die Noten und proben mit ihrem Chorleiter. Und wir treffen uns am Tag selbst ein bisschen früher. Das reicht dann auch in der Regel.

Johann Sebastian Bachs Werke rockig, jazzig. Kommen dann eigentlich alle Lieder in Frage?

Dieter Falk: Naja, wir haben schon alle Hits von Bach dabei. Dass wir Bach machen, hat einen einfachen Grund: Ich versuche, das klassische Musikerbe ein bisschen zu verwalten, aber zu modernisieren. Klassik, das habe ich bei meinen eigenen Kindern gemerkt, muss man ein bisschen neu übersetzen, um sie gerade einer jüngeren Zielgruppe nahe zu bringen. Und da spielen wir in der Tat Bachs größte Hits, aber nicht nur das, sondern wir bieten Streiflichter durch die Musikgeschichte und werden auch in der Popmusik landen. Paul, der Jüngste, wird eigene Songs machen und auch singen. Und das Publikum wird mit einbezogen.

Was unterscheidet eigentlich den barocken Songaufbau von Pop?

Dieter Falk: Gute Frage. Wenn Sie mich jetzt als Professor einer Musikhochschule fragen würden, würde ich Ihnen einen Vortrag halten. Aber ich bring es mal auf den Punkt: Was beide vereint, ist die Melodie. Bach hat wirkliche Hits geschrieben, Ohrwürmer, die auch jeder kennt. Im Popsong wird das allerdings in eine Dreieinhalb-Minuten-Form gebracht. Und in der Klassik sind die Songs in der Regel sehr lang. Wir versuchen die Songs ein bisschen in Richtung Popsongs zu stricken.

Stoßen Sie Klassikfans vor den Kopf?

Dieter Falk:  Ich glaube, dass die alten Hemmschwellen, die es mal gab, aufgebrochen sind. Wir spielen dies seit fünf Jahren – und wer wirklich nicht drauf steht, der kommt nicht in die Konzerte. Wir haben es aber noch nicht erlebt, dass es die Leute schlecht fanden.

Junge Leute halten mit Kritik oft nicht hinterm Berg. Wie funktioniert die Zusammenarbeit, wer gibt sein Okay für einen Song, wer motiviert?

Dieter Falk:  Nehmen wir mal ein aktuelles Beispiel: Vor kurzem haben wir das erste Mal nach der Sommerpause geprobt. Und die Initiative kam nicht von mir, sondern von den Jungs. Es war eigentlich so, dass meine Jungs mit Musik gar nichts mehr am Hut hatten. Und meine Frau und ich wollten eigentlich den Rettungsanker, sprich aufhören, werfen. Erst die Tatsache, dass wir mal gemeinsam auf der Bühne standen, hat sie motiviert, weiterzumachen. Und jetzt sind sie es eigentlich, die die Initiative zum Üben geben. Wir sind eine Familie, die viel miteinander unternimmt – und das empfinden wir auch als Privileg. Auch jenseits des gemeinsamen Frühstücks und Abendessens machen wir viel gemeinsam.

Es war aber für Sie nicht unbedingt wichtig, dass Max und Paul auch Musik machen?

Dieter Falk:  Ne, ne. Meine Frau und ich haben den klassischen Klavierunterricht in die Wege geleitet. Aber als dann überhaupt nichts mehr kam, als noch gnädige fünf Minuten zum Üben übrig blieben, haben wir gemeint, dass sie besser aufhören. Ich denke schon, dass moderater Druck in der Teenagerphase wichtig ist. Aber die Motivation kommt eigentlich durch die Auftritte. Es ist wichtig, dass man auch spielt, im Schulorchester, beim Kaffeeklatsch der Tante usw.

Als Produzent von Pur konnten Sie Riesenerfolge feiern. Vier Mal gab es Platin für Abenteuerland. Weiß man als Produzent schon beim ersten Kennenlernen, dass der Erfolg garantiert ist?

Dieter Falk:  Man weiß es wirklich nicht. Heutzutage sowieso nicht mehr. Die Musiklandschaft hat sich total verändert. Damals, in Zeiten von Pur, konnte man vielleicht sagen: Deutschsprachiger Pop wird im Radio gespielt. Und man hatte live schon eine große Fanbase. Da konnte eigentlich nicht so viel schiefgehen. Heute kann man das nicht mehr so sagen. Es wäre auch vermessen zu sagen, dass man einen Hit erkennt. Es gibt so viel super Popmusik, es gibt ein Überangebot. Das hat sich in den letzten zehn Jahren sehr verstärkt.

Sie haben auch Künstlern wie Howard Carpendale, Katja Ebstein, DJ Özi, Jennifer Rush zum Erfolg verholfen. Da liegen ja zum Teil Welten in den Musikrichtungen. Gibt es Herzensangelegenheiten und auch Musikstile, die Sie nicht machen?

Dieter Falk: Ich bin kein klassischer Schlagermann und sicherlich auch kein Heavy-Metal-Produzent. Ich bin schon ein klassischer Rock-, Pop-, Jazzproduzent. Ich mache so viel verschiedene Sachen, weil es mir Spaß macht. Und sonst wäre es auch langweilig.

Während der Künstler im Rampenlicht steht, weiß kaum jemand, wer der Produzent ist. Genießen Sie es da nicht, mit Ihren Söhnen mal einen Erfolg zu feiern, den die Menschen auch zur Kenntnis nehmen?

Dieter Falk:  Ja, doch. Ich habe immer so ein bisschen hinterm Mischpult im Background gestanden und damit auch gut gelebt. Zum ersten Mal anders war es, als ich die beiden Jahre in der Popstars-Jury saß. Diese Öffentlichkeit hilft uns natürlich jetzt bei den Konzerten, weil sich die Leute daran erinnern. Klar, ist das ein tolles Gefühl, auf der Bühne zu stehen. Besonders mit den Jungs. Mal sehen, wie lange sie noch Lust haben.

Sie haben auch mit Pe Werner gearbeitet, die ich persönlich großartig finde. Warum hat es für sie nicht zum absoluten Durchbruch Richtung Star gereicht?

Dieter Falk: Das ist schwer zu beantworten. Ich habe die ersten drei Platten von ihr produziert. Und wir hatten das große Glück, dass „Kribbeln im Bauch“ beim zweiten Album voll durchgestartet ist. Wieso es dann nicht dauerhaft auf dem Level geklappt hat, ist mir schleierhaft. Ich glaube, dass die Pe in den ersten drei Platten den Menschen aus dem Herzen gesungen hat. Das ist dann auch ein Glücksfall. Es war ein neuer Stil. Das hat leider damals die große Radio- und Fernsehöffentlichkeit nicht supportet.

Im Moment scheiden sich die Geister rund um Helene Fischer – die einen liegen ihr zu Füßen, die anderen nehmen ihre Füße in die Hand. Wie erklären Sie sich den Erfolg von Helene Fischer?

Dieter Falk: Helene Fischers Karriere ist am Reißbrett sehr, sehr clever entworfen. Es wurden die richtigen Sachen eingetütet und bis heute aufgebaut. Ob sie es schafft, dauerhaft weiterhin auf dem Level zu sein, wird das nächste Jahr entscheiden.

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