Konzept für Sportplatz Karlshöhe fällt durch

Es steht weiter in den Sternen, ob es auf dem Sportplatz Karlshöhe einen Kunstrasen geben wird.

HALVER ▪ Der Ausbau des Franz-Dobrikat-Sportplatzes auf der Karlshöhe zu einer Breitensportanlage mit Kunstrasenspielfeld scheint zu platzen.

Denn im Beschlussvorschlag der Verwaltung für den Sport- und Freizeit-, den Finanz- sowie den Hauptausschuss und den Rat „Verwendung der Fördermittel aus dem K II-Programm“, die gestern Nachmittag veröffentlicht wurde, heißt es: „Als Gesamtergebnis der dargestellten Beurteilung des am 4. Juni 2010 eingereichten Konzeptes wird vorgeschlagen, die beantragten Mittel in Höhe von 486 625 Euro für eigene städtische Projekte einzusetzen. Die Verwaltung wird beauftragt, unverzüglich Vorschläge für eine Verwendung dieser Mittel zu erarbeiten.“

„Es ist kein tragfähiges Konzept“, erklärt Bürgermeister Dr. Bernd Eicker auf Anfrage unserer Zeitung, dass im von der Agilis Sportgesellschaft mbH vor einer Woche vorgelegten Papier die Forderungen der Stadt nicht erfüllt werden. Im Konzept zur Pflege und Unterhaltung der Gesamtanlage seien nicht, wie angekündigt, Spenden (Rechnungsabgrenzungsposten) ausgewiesen. Damit bleibe es bei der knappen halben Million von der Stadt und den 100 000 Euro (Stammkapital) der Sportgesellschaft.

Auch das Thema „Nachschusspflicht“ werde nicht in dem Maße wie gewünscht, erfüllt, was als „äußerst problematisch“ angesehen wird. Denn eine Dreiviertel-Mehrheit müsse erst die unbeschränkte Nachschusspflicht beschließen. Von den vier größten Gesellschaftern hätten aber jeweils zwei eine Sperrminorität gegenüber den anderen 14 Gesellschaftern. Diese Nachschusspflicht – mit Ratsbeschluss vom 22. März des Jahres eine der Verhandlungsgrundlagen der Stadt – sei also nur mit einer qualifizierten Gesellschafter-Mehrheit möglich.

Außerdem, so der Bürgermeister weiter, hatte die Gesellschaft angekündigt, ohne Kredite auszukommen. Doch schon am Ende des ersten Jahres stehe ein Defizit von 180 000 Euro. Die Länge des Konzepts (nur vier statt 15 Jahre) und die Umsatzsteuerfrage sind einige weitere Kritikpunkte am Konzept, das vom Kämmerer Markus Tempelmann geprüft wurde. Daher schlage die Verwaltung vor, die K II-Gelder anderweitig zu verwenden. Wofür, wollte und konnte Eicker noch nicht sagen: „Erst einmal müssen sich die Ausschüsse und der Rat mit dem Thema befassen, dann sehen wir weiter.“

Sollte der Rat dem Beschlussvorschlag folgen, habe man die Möglichkeit, eine Sondersitzung anzuberaumen, in der dann nicht nur – wie bereits angedeutet – das Thema „Abschaffung der Müllchips“ behandelt, sondern auch über die neue Verwendung der K II-Gelder entschieden werden könnte. Und Eile ist geboten, denn nur noch bis zum Ende dieses Jahres können die Mittel aus dem Konjunkturpaket II-Programm abgerufen werden – danach verfallen sie. ▪ Det Ruthmann

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