Geschwister reichen nicht

Kontakt zu Gleichaltrigen ist sooo wichtig: Erste Krabbelgruppe nach Corona im MK

Viel zu lachen und zu staunen gibt es für die Kinder in der Krabbelgruppe Pünktchen&Anton in der Kita Juno. Safira (links) und Tamme-Mattes spielen zusammen, während sich die Mütter unterhalten.
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Viel zu lachen und zu staunen gibt es für die Kinder in der Krabbelgruppe Pünktchen&Anton in der Kita Juno. Safira (links) und Tamme-Mattes spielen zusammen, während sich die Mütter unterhalten.

Endlich wieder Krabbelgruppe. Da sind sich alle Eltern bei Pünktchen&Anton einig nach anderthalb Jahren Zwangspause. Für Kinder war in dieser Zeit nicht viel möglich. Sie wurden oft vergessen, sind noch immer nicht im Fokus.

Halver – Das erste Jahr der kleinen Besucher der Krabbelgruppe, wenn sie denn schon ein Jahr alt sind, ist von Corona geprägt. Die Welt um sie herum steht vor großen Herausforderungen, auch mit Blick aufs Klima. Auf die Situation will der Weltkindertag am 20. September, in diesem Jahr nur wenige Tage vor der Bundestagswahl. aufmerksam machen.

Man könnte denken, es ist nur eine Krabbelgruppe. Nur Babyschwimmen. Nur Pekip. Nur einer dieser Kurse. Aber dahinter steckt mehr. Wie Elisabeth Gardemeier erklärt, ist es für Kinder von großer Bedeutung, mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen. Geschwister sind nicht das gleiche. „Babys lernen durchs Nachahmen“, sagt Gardemeier. Als Orientierung brauchen sie aber Babys in ähnlichem Alter.

Entwicklung teilweise hinterher

Es ist das zweite Treffen der Gruppe in der Turnhalle der Kita Juno. Wäre Elisabeth Gardemeier nicht selber in Elternzeit, wäre sie als Erzieherin hier. In den kommenden Wochen möchte sie Spiele anbieten, die Motorik ansprechen und auch einen Erste-Hilfe-Kurs anbieten. Die ersten Zusammenkünfte aber sollen locker sein. Eltern und Kinder müssen sich erst einmal kennenlernen. Gerade für die Kinder sei es zum Teil ganz neu, fremde Kinder zu treffen und mit ihnen sozial zu agieren. Manche Kinder gehen ganz offen auf andere zu, während sich andere stark zurückziehen. Unterschiede gibt es immer. Aber Corona hat etwas verändert, ist sich Gardemeier sicher. Aufgrund fehlender Kontakte sind zudem manche Babys in der Entwicklung etwas hinterher, krabbeln und laufen später als sonst. Es ist jetzt an der Zeit, Dinge aufzuholen.

Auch für die einjährige Lotta ist die Krabbelgruppe das erste, was sie macht, erzählt Mutter Sarah Dietzel und freut sich über das Angebot. Denn auch für die Mütter ist es ein angenehmes Miteinander. Corona ist hier nicht unbedingt Thema. Es geht ums Schlafen, Stillen und Spielzeuge. Einige kennen sich bereits aus den Geburtsvorbereitungskursen, sind über WhatsApp in der Pandemie in Kontakt geblieben und haben sich mit Beginn der Lockerungen getroffen, erzählt Julia Bolinger.

Der 24-Jährigen hat der Austausch immer geholfen, vor allem, weil der neun Monate alte Elias ihr erstes Kind ist. Rabea Keil hat bereits ihr zweites Kind. Mit Tamme-Mattes kommt sie in die Gruppe, ihr vierjähriger Sohn ist derweil in der Kita. Mit ihm hat sie damals alles machen können und bedauert die Situation. Im Sommer fand sie es noch nicht so tragisch, dass es keine Angebote für Kinder gab. Aber mit Blick in die kalte Jahreszeit, wenn sich vieles nach drinnen verlegt, ist sie froh über das Angebot und neue Kontakte. Für den Schutz von Kindern plädiert dieser Arzt.

Teilnahme an der Krabbelgruppe

Elisabeth Gardemeier hofft, dass gerade dann auch noch Krabbelgruppen stattfinden können. Es gelten die drei Gs für die Erwachsenen. Das Bällebad ist aus Hygienegründen geschlossen und es ist ratsam, den Kindern demnächst dicke Socken anzuziehen, wenn es beim Lüften kalt wird. Die Nachfrage war riesig, sagt Gardemeier. Aber wegen Corona sind die Plätze begrenzt. Melden kann man sich trotzdem noch unter Tel. 01 79/4 90 49 01.

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