Er will beim Amtsgericht nicht zum "Dauerkunden" werden

Metalldieb stahl bei Jung-Boucke 50 Kilogramm Kupfer - das kommt ihn teuer zu stehen

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So sah die Firma Jung-Boucke am Herpiner Weg noch im Betrieb aus. Der Leerstand lockt Metalldiebe an.

Halver/Lüdenscheid - Das ehemalige Firmengebäude von Jung-Boucke in Halver scheint sich zu einem lohnenden Ziel für Metalldiebe entwickelt zu haben.

„Da müssen vorher schon Leute gewesen sein, die die Rohre abgeflext haben“, erklärte ein 42-jähriger Radevormwalder, der sich im Amtsgericht Lüdenscheid wegen eines besonders schweren Einbruchsdiebstahls verantworten musste. Nach seinen Angaben war er nach einem Blick in das Gebäude durch ein nicht verschlossenes Fenster eingedrungen und hatte das bereits mitnahmefertige Kupfer geklaut.

Bei einem Schrottpreis von etwa 5 Euro pro Kilogramm Kupfer muss der 42-Jährige etwa 50 Kilogramm Rohrstücke mitgenommen haben, um auf den von ihm genannten Erlös zu kommen: 246 Euro. „Ich weiß, dass das verkehrt war“, erklärte er. Die Geschichte sei ihm ungeheuer peinlich. „Ich habe bisher mit Justitia nichts zu tun gehabt.“ 

"Gelegenheit macht Diebe"

Und er beabsichtige nicht, zum „Dauerkunden“ des Amtsgerichts zu werden. Zur Erklärung fügte der Angeklagte noch einen Bericht über persönliche Probleme an. „Gelegenheit macht Diebe“, fasste der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft das Geschehen knapp zusammen und beantragte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro. 

30 Tagessätze kamen aus einer Verurteilung vom Oktober 2018 noch hinzu, weil der Angeklagte sein beschlagnahmtes Auto widerrechtlich in Betrieb gesetzt hatte – „Siegelbruch“ oder „Verstrickungsbruch“ nennen das die Juristen. Richter Thomas Kabus addierte nach juristischen Prinzipien und kam auf eine Gesamtstrafe von 110 Tagessätzen zu je 40 Euro. Der Angeklagte nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

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