Konrad Beikircher zu Gast in Halver

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Konrad Beikircher überzeugte mit seinem Programm.

Halver - Für Journalisten ist es eine kritische Frage. „Dürfen wir während der Show fotografieren?“ Meist kommt dann ein Katalog an Auflagen. „Nicht von vorne, nicht mit Blitz, nur in der ersten Minute, ...“ Nicht so am Freitag: Stattdessen kommt aus der Garderobe ein „Selbstverständlich“. Konrad Beikircher ist eben anders – und das auch auf der Bühne.

Keine Starallüren – obwohl er sich welche leisten könnte. Es war ein besonderer Abend mit einem sympathischen und wortgewandten Konrad Beikircher. Der Andrang war groß, die Aula ausverkauft. Lange vor dem Einlass bildeten sich Schlangen vor dem Eingang. Jeder wollte den besten Platz, um dem Künstler in Halver so nah wie möglich zu sein.

Die Erwartungen des Publikums wurden nicht enttäuscht. Wie vor fünf Jahren sorgte der Wahl-Rheinländer für Unterhaltung auf hohem Niveau. Sein Programm „Bin völlig meiner Meinung“ traf den Nerv der Halveraner.

50 Jahre ist es her, dass Beikircher im Oktober 1965 aufgrund seines Studiums nach Bonn zog. Das Rheinland, seine eigentümliche Sprache sowie das Wesen seiner Einwohner wurden zum Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens als Kabarettist.

Mit Humor, Feinsinn und sprachlichem Geschick nahm er die Halveraner mit auf eine Reise in die für Westfalen unergründliche Seele der Rheinländer. Liebevoll, ehrlich und mit rheinischer Schnauze erzählte er Geschichten aus dem Leben, analysierte den Geist der Rhein-Metropolen und erklärte die wahren Grenzen der Welt: „Eigentlich gibt es nur zwei Kontinente. Rechtsrheinisch und Linksrheinisch.“ Und das die rechtsrheinische Seite so viel Schöneres zu bieten habe, wie beispielsweise das Siebengebirge, liege einzig und alleine daran, dass die „Linksrheiner“ eine schöne Aussicht haben sollten.

Durch seine amüsanten Geschichten zeichnete er gekonnt und mit einem gewissen Patriotismus ein Portrait des Rheinländers, das wohl treffender kaum sein könnte – immer mit einem Augenzwinkern versteht sich.

Vor allem aber war Beikircher ein Star zum Anfassen. In der Pause setzte er sich ohne Aufsehen zu erregen an einen Verkaufsstand. Eigentlich wollte er Bücher unterzeichnen und Autogramme geben. Doch der Kabarettist war so unscheinbar, dass ihn die Halveraner zunächst gar nicht bemerkten. Glück für die, die in der Nähe waren. Beikircher begann sofort ein lockeres Gespräch. Die Besucherin habe ihn im Fernsehen gesehen. Bei „Zimmer frei“. Schnell entsteht ein nettes Gespräch. Wie unter Freunden. Aber so sind sie eben die Rheinländer: locker, freundlich und im Falle von Beikircher auch lustig.

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