Konditorei Weyland: Neue Nachfolge-Interessenten

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Am Dienstag fertigte Walter Weyland in seiner Backstube die beliebten Rumpralinen an.

Halver - Nach fast 132 Jahren schließen sich bei der Konditorei Weyland am Karsamstag die Türen. Walter und Meike Weyland werden in den Ruhestand gehen und den Traditionsbetrieb schließen. Vielleicht gibt es aber schon bald einen neuen Konditor an der Von-Vincke-Straße.

Von Friederike Domke

„Ich kann keine Namen verraten“, sagt Walter Weyland im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. Nur so viel: „Es hat am Ende der vergangenen Woche erste Gespräche gegeben mit einem möglichen Interessenten.“ Würde man sich einig, sei das eine nahezu optimale Lösung, für die Weylands und auch für die Halveraner Kunden. Weitere Gespräche seien aber erst nach Ostern geplant.

Nun stehen erstmal die Vorbereitungen auf den letzten geöffneten Tag am Samstag bevor. Auch gestern – am freien Tag – stand Walter Weyland in der Backstube und bereitete Rumpralinen vor. „Pralinen waren immer meine Leidenschaft“, sagt der 67-Jährige. Und die verschiedenen kleinen, schokoladigen, süßen „Sünden“ sind bis heute das Aushängeschild der Konditorei – neben den Torten, den Croissants oder dem Teegebäck. „Wir können garantieren, dass es unsere Backwaren und Torten so nirgendwo anders gibt“, ist Weyland stolz. Man habe sich ganz bewusst gegen die industrielle Fertigung entschieden, gegen Zusatz-, Konservierungs- und Farbstoffe und gegen Fertigprodukte. „Ich habe ein Handwerk erlernt und darauf habe ich mich besonnen“, sagt Weyland. Die Kunden, viele davon kommen seit vielen Jahren in die Konditorei, dankten die Qualität mit Treue. Es sei zu guter Letzt auch eine Bestätigung ihrer Arbeit, dass die Kunden die Schließung am Samstag bedauern. Sollte sich kein Nachfolger finden, möchte Walter Weyland im Bereich der Pralinen, die auch von Firmen und Geschäftskunden sehr geschätzt werden, adäquaten Ersatz finden. Ein befreundeter Konditor könne demnach die Anfertigung der Halveraner Spezialitäten übernehmen.

„Wir freuen uns sehr auf den Ruhestand“, macht der Konditormeister deutlich, auch wenn er mit einem weinenden und einem lachenden Auge dem Samstag entgegenblickt. „Im Großen und Ganzen hat es uns immer sehr viel Spaß gemacht. Es gibt aber, wie in jedem Leben, Hochs und Tiefs.“

Vor allem für die besondere Beziehung zu ihren Mitarbeitern sind Walter und Meike Weyland dankbar. „Wir konnten uns immer auf sie verlassen.“ Über 30 Azubis haben in den vergangenen Jahren bei Meike und Walter Weyland gelernt, hinzu kommen viele Praktikanten. Die Zuverlässigkeit der Mitarbeiter hätten auch die Kunden immer zu schätzen gewusst, betont Weyland, der im Jahr 1979 den Betrieb von seinem Vater übernahm.

In diesem November hätte es Weyland in Halver 132 Jahre gegeben. In eben diesem Haus an der Von-Vincke-Straße wurde 1883 eine Bäckerei gegründet. Der Anbau für das Café kam im Jahr 1928 hinzu. Heute befindet sich das Unternehmen in der vierten Generation. Den Vormarsch der Discounter im Backwaren-Bereich haben die Weylands nicht zu spüren bekommen. Die Kundschaft unterscheide sich deutlich.

Sobald es die Zeit zulässt, möchte Walter Weyland im Ruhestand reisen und „die Füße hoch legen“. Viele Jahre lang begann der Arbeitstag des Ehepaares morgens zwischen drei und vier Uhr – sechs Tage die Woche.

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