Kommunalwahl 2020 in Halver

Was soll sich in den kommenden fünf Jahren in Halver ändern? Parteien in Halver antworten

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Foto: Hans Blossey
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Blick von oben auf Halver

Vier Fragen stellte der AA den für den Halveraner Stadtrat kandidierenden Parteien. Die vierte Frage lautet heute: Was sind Ihre Ziele für Halver? Was soll sich in den kommenden fünf Jahren verändern?

Fünf Parteien treten bei der Kommunalwahl am 13. September in Halver an, 17 Ratsvertreter werden direkt gewählt, weitere 17 rücken über die Reservelisten der Parteien nach.

Folgende Antworten gaben die Parteien auf die Frage: Was sind Ihre Ziele für Halver? Was soll sich in den kommenden fünf Jahren verändern?

Die Antwort der SPD

Zum Wohnungsbau und zur medizinischen Versorgung konnten wir die Bürger schon mit Flyern erreichen. Das zeigte die Resonanz unserer Aktion „Roter Briefkasten“. Unsere weiteren Themenschwerpunkte:

Betreuung und Jugend: Ziel ist die Ausdehnung der Betreuungszeiten und Verbesserung der U3-Quote auf mindestens 35 Prozent und Randzeitenabdeckung, orientiert an den Arbeitszeiten der Eltern. Die Renovierung der Grundschule Oberbrügge soll, einschließlich Digitalisierung, optimiert werden.

Barrierefreies Leben: Das bedeutet mehr als nur „rollstuhlgerecht“. Barrierefreiheit kommt nicht nur Älteren und Behinderten zugute. Eltern mit Kinderwagen, Radfahrer, Menschen mit temporären Mobilitätsproblemen profitieren gleichermaßen vom barrierefreien Ausbau. Das Ziel ist ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Klimaschutz und -anpassung: Erforderlich sind große Schritte bei erneuerbaren Energien, dies insbesondere mit Freiflächenfotovoltaik und Windkraft. Hierzu müssen Stillstände aufgebrochen und machbare Lösungen gefördert werden. Energieeinsparungen durch innovative Heiztechnik/Beleuchtung und Maßnahmen zur Klimaanpassung müssen einen höheren Stellenwert erhalten. Regionale 2025: Wir unterstützen die innovativen Projekte vom Kreativzentrum Wippermann, weitere Digitalisierung des AFG, Telemedizin bis hin zu einem nachhaltigen Mobilitätskonzept. Und auch ein Kinoprojekt für Halver!

Die Antwort der CDU

Kommunalpolitik setzt Kommunikation und Austausch von Informationen und Meinungen voraus. Wir wollen Politik für Halver in Zukunft wieder gemeinsam mit dem Bürgermeister gestalten. Wir wollen Halver attraktiv und lebenswert erhalten und im Rahmen der Möglichkeiten attraktiver und lebenswerter machen. Wir wollen auch weiterhin bedarfsorientiert Gewerbe- und Wohngebiete ausweisen. Durch die Ansiedlung weiterer Kitas wollen wir die Betreuungsquote im U3- und Ü3-Bereich verbessern. Das Kreativquartier Wippermann unterstützen wir, damit Innovationen und kreative Geschäftsideen in Halver noch besser Fuß fassen können. Mit Blick auf die Corona-Krise wollen wir die Digitalisierung unserer Schulen fördern und beschleunigen. In dem Zusammenhang wollen wir alles dafür tun, dass sich die Mobilfunkabdeckung in unserer Stadt verbessert.

Auch in Halver müssen wir auf die Klimakrise reagieren. Daher wollen wir Vorrangzonen für Windenergie ausweisen und Fotovoltaik-Projekte unterstützen. Durch den Klimawandel wird sich unsere Stadt im Grünen verändern. Viele Erholungsräume erwartet aufgrund von Trockenheit und Borkenkäferplage ein Kahlschlag. Mit Blick auf städtische Grün- und Waldflächen ist es unser Ziel, hier mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern. In den kommenden Jahren muss endlich das Radwegenetz in und um Halver ausgebaut werden. Das wird einer unserer Schwerpunkte sein.

Die Antwort der UWG

Wir müssen Halver für unsere Betriebe und alle Menschen, die hier eine Heimat haben oder suchen, nachhaltig attraktiv gestalten. Die Schaffung einer flächendeckenden digitalen Infrastruktur hat erste Priorität. Wohn- und Gewerbeflächen wollen wir umweltverträglich und bedarfsangepasst entwickeln. In der Bildung müssen wir räumliche und technische Voraussetzungen für moderne Lehre schaffen.

Regenerative Energien wollen wir passgenau für Halver ausbauen – gemeinsam mit der Bevölkerung. Rad- und Wanderwege sollen erweitert und ausgebaut werden. Die Anbindung an überregionale Wege ist dabei genauso wichtig, wie ein innerstädtisches Radwegekonzept. Gemeinsam mit dem Herpine-Sport-Areal ist dies auch Ansatzpunkt für sanften Tourismus. Für all diese Zukunftsprojekte müssen wir uns auch um Fördermittel bemühen. Das gilt auch für die großen Projekte der Regionale 2025.

Das Kreativ Quartier Wippermann soll eine Heimat für junge Unternehmer werden. Ein konkretes Konzept liegt vor. Für ein Medizinisches Versorgungszentrum gibt es schon einen einstimmigen Beschluss aller Fraktionen. Auch die Eventhalle gilt es hinsichtlich der Machbarkeit zu prüfen. Dies alles werden wir nur gemeinsam schaffen. Wir haben gezeigt, dass Parteifarben bei erfolgreichen Projekten (zum Beispiel Kindervilla) keine Rolle spielen dürfen. Wichtig für erfolgreiche Ratsarbeit ist ein kooperatives, vertrauensvolles Miteinander von Bürgermeister und Politik. Hier muss sich schnell viel verbessern.

Die Antwort der Grünen

Halvers Stärke ist die Vielfalt. Unsere Vision ist eine Stadt, in der Menschen aller Altersgruppen und mit allen sozialen Hintergründen gut und gerne leben. Halver soll sozialer und ökologischer werden. Menschen sollen von der Geburt bis hin ins hohe Alter Lebensqualität und optimale Versorgung und Angebote finden.

Daher haben wir den Spielplatz am Rathaus entscheidend mitgestaltet – so sollten künftig auch andere Spielplätze aussehen. Außerdem haben wir die Idee der Kindervilla mitentwickelt und umgesetzt. Auf diesen Erfolgen aber dürfen wir uns nicht ausruhen. Wir wollen einen weiteren Kita-Ausbau mit flexibleren Zeiten, nur so ist eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich. Wir haben ein Konzept für ein innenstadtnahes Kino. Den guten Trend der Belebung der Innenstadt wollen wir durch Unterstützung des Stadtmarketings fördern. Wir wollen eine attraktivere und belebtere Innenstadt. Außerdem wollen wir die medizinische Versorgung dauerhaft sichern. Als eine der dringendsten Aufgaben sehen wir den Klimaschutz: Unser Ziel ist es, bis 2025 mindestens so viel erneuerbaren Strom vor Ort zu erzeugen wie privat in den Haushalten verbraucht wird. Dazu setzen wir auf den Ausbau der Windenergie und Fotovoltaikanlagen. Außerdem wollen wir für E-Mobilität Lademöglichkeiten schaffen und alltagstaugliche Radwege bauen. Des Weiteren setzen wir auf einen modernen Bringhof, wo Grünabfall und etwa Kleinmengen von Bauschutt bequemer entsorgt werden können.

Die Antwort der FDP

Bürgernähe ist uns sehr wichtig. Daher möchten wir die Entwicklung Halvers im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten. Unser Antrag zum lückenlosen Ausbau des Mobilfunks sowie der Ausbau des schnellen Internets für alle sind kurzfristig umzusetzen. Die Versorgung mit digitalen Endgeräten für alle Schüler ist sicherzustellen. Das digitale Rathaus ermöglicht, alle Bürgeranliegen online zu bearbeiten.

Unser Antrag zum Ausbau der Kitas ist umzusetzen – so wird Halver die familienfreundlichste Stadt im Märkischen Kreis. Das Umfeld aller Schulen muss aufgewertet werden. Schulhöfe sollen zu Erlebnisräumen umgestaltet werden. Halver muss nachhaltiger werden: Ökologie und Ökonomie passen zusammen. Ziel ist die CO2-Neutralität bis 2030. Beim Ausbau regenerativer Energien sind die Bürger mitzunehmen. Innerstädtische Grünflächen, zum Beispiel der Rathauspark, sind zu erhalten und für mehr Aufenthaltsqualität und Veranstaltungen aufzuwerten.

Wir fordern niedrige Steuern und Gebühren. Das erfolgreiche Wirtschaften des Kämmerers gibt Spielraum für die Senkung der Abwassergebühren und auch der Steuern. Wir brauchen einen Ausbau der Radwege auch mit Anschluss an das überregionale Radwegenetz. Herpine-Areal und Karlshöhe bieten Chancen für Tourismus. Wir müssen es auch bewerben. Straßen und Gehwege müssen zeitnah und ohne Kosten für die Anwohner saniert werden. Sicherheit und Sauberkeit in Halver müssen für die Bürger gewährleistet werden – das liegt uns sehr am Herzen.

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