BM-Kandidat auf Bauernhof

Die Sorgen und Nöte eines Landwirts

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Den Hof von Thomas Wiethege besuchte Bürgermeisterkandidat Markus Tempelmann zusammen mit Horst Höfer – und zeigte auch keine Scheu vor großen Kühen.

Halver - Die Preise seien zu niedrig, daher versuchten die Landwirte dies mit Mengen aufzufangen. Allerdings ständen dem wiederum die Verordnungen und Gesetze gegenüber, von denen man immer mehr übergestülpt bekäme.

Thomas Wiethege zeigte am Montag Bürgermeisterkandidat Markus Tempelmann, der von Horst Höfer begleitet wurde, seinen Hof in Birkenbaum, erzählte von seiner Leidenschaft als Landwirt und Rinderzüchter, den Sorgen und Nöten, geringeres Interesse an landwirtschaftlicher Ausbildung sowie den Problemen, einen Nachfolger zu finden.

Wiethege zeigte seinen Gästen auch den neuen Stall, in dem die Kühe mehr Raum und mehr Licht hätten. Frei nach dem Motto „Wenn man seine Kühe nicht pflegt, kann man keine großen Erträge erwarten“ werde also durchaus einiges für das Tierwohl getan, verdeutlichte Wiethege.

70-Stunden-Woche noch untertrieben

Er habe zwar sein Auskommen, so der Landwirt weiter, jedoch einen zu niedrigen Stundenlohn. Wenn er von einer 70-Stunden-Woche spreche, sei dies eher noch untertrieben. Tempelmann war gekommen, um einerseits die Kritik an zu viel Bürokratie zu hören, um diese „nach oben weiter zu geben“. Auf der anderen Seite bemängelte der Bürgermeisterkandidat aber auch die Mithaftung, in welche die Halveraner Landwirte durch die neue Düngeverordnung genommen werden. „Die Halveraner Landwirte haben ihre Hausaufgaben gemacht“, sagte Tempelmann,

„die Verfehlungen wurden an anderer Stelle gemacht“. Ein wesentlicher Punkt für Markus Tempelmann ist die vorhandene Gebäudesubstanz, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr im eigentlichen Sinn genutzt werde. Das Beispiel: Das Feuerwehrgerätehaus in Bommert möchte die Stadt in Wohnraum umnutzen lassen, was jedoch nur möglich ist, wenn für Bommert eine Außenbereichssatzung erlassen wird.

Ab 2025 Grundsteuer C möglich

Vor ähnlichen Problemen ständen Landwirte, die den Hof aufgäben und eine Umnutzung von Gebäuden erreichen möchten. Damit könnte man auch erreichen, dass der Flächenverbrauch für den Bau von Gebäuden eingedämmt werde. Ein weiteres Mittel sieht Tempelmann in der Möglichkeit, ab 2025 eine Grundsteuer C – dies sei gerade verabschiedet worden – zu erlassen.

Durch diese Steuer sollen die Eigentümer von nicht bebauten Grundstücken (Baulücken) einen „Anreiz erhalten, die Flächen doch zu bebauen“. Wie hoch solch eine „Baulücken-Grundsteuer“ sein könnte, vermochte Tempelmann nicht zu sagen. Vorstellbar ist jedoch, dass sie über der Grundsteuer B (derzeit 430 Prozent in Halver) liegen könnte. Letztlich ist dies eine Entscheidung, die von der Politik zu treffen sei.

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