26-Jähriger vor Gericht

Halveraner kauft Kokain in Kierspe 

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Halver/Kierspe/Lüdenscheid - Für den Kauf von Kokain in Kierspe landetet ein Mann aus Halver vor Gericht. 

Kokain ist teuer: 1250 Euro bezahlte ein Käufer aus Halver in Kierspe für 20 Gramm der Droge. Im Amtsgericht Lüdenscheid räumte der 26-jährige Angeklagte diesen Vorwurf auf dem Weg über eine Verteidigererklärung freimütig ein: Er habe die Ware nicht für sich besorgt, sondern als Vermittler für einen Freund. 

Die Tat hatte sich bereits im November 2015 zugetragen und war vom Amtsgericht Lüdenscheid im Januar 2019 mit einer Verurteilung wegen Handeltreibens mit einer nicht geringfügigen Menge Betäubungsmitteln geahndet worden. Da es sich dabei um einen Verbrechenstatbestand handelt, liegt schon die Mindeststrafe bei einem Jahr Haft. 

Das Oberlandesgericht Hamm als Revisionsinstanz für die heimischen Amtsgerichte hob dieses Urteil jedoch auf. Denn die Berechnung, wie hoch der Wirkstoffgehalt der 20 Gramm gewesen war, beruhte auf Vermutungen. Tatsächlich war die Ware aber nicht sichergestellt und analysiert, sondern vermutlich verschnupft worden. Es gab also nicht das aus Betäubungsmittel-Verfahren so vertraute Gutachten eines Labors in Bad Salzuflen über den Wirkstoffgehalt. 

Gesamt-Wirkstoff unklar

Und somit gab es auch keinen Nachweis, dass die Gesamt-Wirkstoffmenge in den gekauften 20 Gramm Kokain die Grenze zur nicht geringen Menge überschritten hatte. „Ob der Verbrechenstatbestand gegeben ist, konnten wir nicht prüfen“, erklärte die Staatsanwältin und beantragte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro. Sie verwies auf den langen Zeitablauf seit dem Drogengeschäft, aber auch darauf, dass es sich dabei um eine „sehr gefährliche Droge“ handelte. 

Verteidiger Christiansen beantragte für seinen ansonsten ganz unbescholtenen Mandanten eine „Geldstrafe unterhalb dessen, was ins Führungszeugnis eingetragen wird“. Das Schöffengericht folgte jedoch dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 4500 Euro. Der 26-Jährige nahm die rechtliche Erledigung seiner Jugendsünde gelassen: Er hatte Aussicht auf einen nicht ganz unattraktiven Job auf einer Mittelmeerinsel.

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