Machbarkeitsstudie zur Zuganbindung

Schienenanbindung: Gibt es eine Chance für Zugverkehr bis Halver?

+
Wenn es zu einer Anbindung zwischen Halver und Oberbrügge kommt, würde der Zug auf diesen Gleisen bis zum Kulturbahnhof fahren.

Halver/Oberbrügge - Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) plant eine Machbarkeitsstudie zur Bahnverbindung Halver-Oberbrügge.

Geprüft werde darin, ob die Reaktivierung der vorhandenen Infrastruktur zu vertretbaren Kosten machbar wäre und ob damit der Ein-Stunden-Takt der Verbindung von Meinerzhagen über Brügge nach Hagen in Gefahr geraten würde. Eine entsprechende telefonische Zusage von Landrat Thomas Gemke, Vorsitzender des Zweckverbandes, und des ZRL-Geschäftsführers Peter Jungemann, bestätigte auf Anfrage jetzt Bürgermeister Michael Brosch. 

Der ZRL (Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe) kümmert sich um die „Hardware“ der Strecken im Zuständigkeitsbereich. In einem Vorgespräch habe sich auch Stefan Heinrich vom Verein Schleifkottenbahn als Eigentümer der Strecke aufgeschlossen gegenüber diesen Überlegungen gezeigt, sagte Brosch weiter. Der Verein erhält die seit 1964 nicht mehr von regulären Zügen genutzte, rund 6,5 Kilometer lange Strecke, mit Draisinen in Betrieb. 

Dies müsste er infrage stellen, wenn tatsächlich wieder eine Bahn ab dem Haltepunkt Oberbrügge nach Halver fahren würde. Endpunkt wäre am Kulturbahnhof direkt am Einkaufszentrum, wo jetzt die Gleise enden. Euphorie sei nicht angebracht, und er wolle auch keine übergroße Erwartungshaltung wecken. Aber: „Wir haben nichts zu verlieren und können nur gewinnen“, so Broschs Einschätzung über das Projekt, das auch im interfraktionellen Arbeitskreis der Ratsparteien in Halver vorgestellt worden sei und dort keine Ablehnung erfahren habe. 

Überprüfung der vorhandenen baulichen Anlagen

In technischer Hinsicht müssten allerdings Fachleute zunächst prüfen, inwieweit die vorhandenen baulichen Anlagen einem Zugbetrieb genügen würden. Dabei geht es um Brücken, Tunnel und das Gleisbett an sich, das bei einer Wiederbelebung anders belastet wäre als im Draisinenbetrieb. Eventuell noch in diesem Jahr könnten erste Ergebnisse vorliegen. Eine Neubelebung würde zudem in bundesweite Überlegungen passen, dem Zugverkehr insgesamt eine höhere Priorität einzuräumen. 

„Laut einer Reaktivierungsliste, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gemeinsam mit der Allianz pro Schiene vorstellte, lassen sich 238 Strecken mit insgesamt 4016 Kilometern Länge wieder nutzen“, schreibt das Magazin Der Spiegel. Ziel ist dabei die neue oder erneute Anbindung von unerschlossenen Mittelzentren ans Schienennetz. Auch in der Nachbarschaft rückt der ökologische Nahverkehr in den Blickpunkt. Die Bürgermeister von Radevormwald und Wuppertal loten derzeit aus, ob zwischen Rade und Oberbarmen die stillgelegte Strecke wieder in Betrieb gehen könnte. 

Ein Stück mehr Lebensqualität

Für Halveraner würde der Bahnanschluss ein Stück mehr Lebensqualität bedeuten. Stadtplanerisch ließe sich aber künftig auch besser gegenüber der Bezirksregierung Arnsberg argumentieren, wenn es um die mögliche Ausweisung neuer Wohnflächen gehe, überlegt Brosch mit Blick auf die Zukunft. Ein Bahnhof in der Nähe falle in einem Genehmigungsverfahren sicherlich in die Waagschale.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare