Knallharte Kalkulation für Halvers Spielplätze

An der Lindenhofschule sind Mitarbeiter des Städtischen Baubetriebshofs derzeit unter anderem damit beschäftigt, die neue Aufhängungen und Halterungen für die Rutsche zu montieren. ▪ Prillwitz

HALVER ▪ 65 000 Euro sind im Budget der Stadt Halver jährlich dafür vorgesehen, Kompletterneuerungen an den insgesamt 28 Spielplätzen vorzunehmen, diese instand zu halten und gegebenenfalls mit neuen Spielgeräten zu bestücken.

„Dieses Budget schöpfen wir in den vergangenen Jahren regelmäßig aus“, weiß Raimund Baytz, Leiter des Städtischen Baubetriebshofs, von knallharter Kalkulation zu berichten – Jahr für Jahr.

Umgerechnet stehen also jährlich für jeden Spielplatz durchschnittlich 2321 Euro zur Verfügung. Aus diesem Grund setzt Baytz verstärkt auf den Faktor Nachhaltigkeit beziehungsweise Dauerhaftigkeit. „Holzgeräte halten durchschnittlich nur rund vier Jahre“, so der Bauhofleiter, der aus diesem Grund seit einiger Zeit verstärkt auf Stahl, Aluminium und vor allem recycelten Kunststoff setzt. „Diese Materialen haben eine Haltbarkeit von ungefähr zehn Jahren“, erläutert Baytz.

Auch in Sachen „Fallschutz“ kommt der Aspekt der Dauerhaftigkeit zum Tragen. Sand, der einmal jährlich gewechselt werden müsse, weiche daher zunehmend langlebigeren Materialien wie Rindenmulch und Fallschutzmatten.

Trotz der beständigen Kostenkalkulation stehen die Interessen der Kinder für Baytz im Vordergrund. „Die Geräte, aber auch die Gestaltung der Spielplätze müssen vielseitig sein, Abwechslung bieten und auch zum Spielen anregen“, betont der Bauhofleiter und ergänzt, „dass die Geräte auf die jeweiligen Altersgruppen zugeschnitten sein sollten.“

Es sind allerdings nicht nur die Kosten, die eine exakte Planung erforderlich machen, sondern auch die Personalsituation, mit der der Leiter des Baubetriebshofs nach eigenen Angaben zu kämpfen hat. „Wir sind insgesamt 16 Personen, die mit Ausnahme des Hochbaubereichs in ganz Halver jegliche Unterhaltungsarbeiten durchführen. Personell bewegen wir uns damit am Limit“, so Baytz.

Für die regelmäßige, im Abstand von jeweils drei Wochen vorgenommene Inspektion jedes Spielplatzes stünden stets nur „ein bis maximal zwei Mitarbeiter“ zur Verfügung. Dasselbe gelte für Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten.

So sind aktuell beispielsweise zwei Angestellte des Bauhofs damit beschäftigt, die Rutsche an der Lindenhofschule neu aufzuhängen und eine neue randeinfassung im Bereich des höher liegenden Kletternetzes zu errichten, um das Abfließen des Sandes über die Böschung zu verhindern.

Erfreut zeigt sich Baytz darüber, kürzlich bei der Planung eines Spielplatzes komplett mit in die Gespräche einbezogen worden zu sein. „Für das Neubaugebiet an der Lütgenheide haben wir unsere Vorstellungen von Dauerhaftigleit mit denen des Erschließungsträgers, möglichst kostengünstig zu bauen, absprechen können“, so Baytz.

Lob für Mitarbeiter

und düstere Prognose

Trotz der beständigen Kostenkalkulation und des voll ausgelasteten Personals bewertet der Bauhofleiter die Qualität der Arbeit sowie die Motivation und Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeiter als „sehr gut“. Für die Zukunft allerdings befürchtet Raimund Baytz, noch knapper als bisher kalkulieren zu müssen, wenn es um den Neubau und die Instandhaltung von Spielplätzen geht, denn: „Das Geld wird in den kommenden Jahren sicherlich nicht mehr, und bei der Verteilung öffentlicher Gelder kommen Kommunen immer an letzter Stelle.“ ▪ Sven Prillwitz

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