Experten bereitet das Bauchschmerzen

Mehr kleine Waffenscheine in Halver und Schalksmühle

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Schalksmühle/Halver -Die Anzahl der Anträge für den kleinen Waffenschein steigt in NRW. Doch gilt das auch für die Kommunen in der Region?

256 kleine Waffenscheine gibt es in Halver und Schalksmühle. Davon besitzen 102 Menschen diesen Schein in der Gemeinde, in der Stadt Halver haben 154 Bürger einen Schein. Im gesamten Märkischen Kreis gibt es derzeit 4252 kleine Waffenscheine. Das sind laut Ursula Erkens, Pressesprecherin des Märkischen Kreises, 309 Scheine mehr als im vergangenen Jahr.

Im Vergleich: Vor der Silvesternacht 2015/16 in Köln seien es jährlich zwischen 50 und 60 kleinen Waffenscheinen mehr im Kreisgebiet gewesen. Damit ist die Anzahl der neuen Anträge seitdem um das Sechsfache gestiegen. Nach Angaben des nationalen Waffenregisters ist die Zahl der Genehmigungen NRW-weit von 2017 auf 2018 um acht Prozent angestiegen. 

Experten warnen vor schweren bis lebensbedrohlichen Verletzungen

Experten sehen den Anstieg mit Bauchschmerzen. Gas- und Schreckschusswaffen, so etwa Pistolen oder Pfeffersprays, können schwere bis lebensbedrohliche Verletzungen verursachen. Sie sind keine Spielzeuge. Deshalb sollte sich jeder fragen, ob er eine Waffe wirklich benötigt und auch in der Öffentlichkeit tragen will, erklärt die Kreispolizeibehörde auf ihrer Internetseite. 

Tragen der Waffe in der Öffentlichkeit 

Unter Tragen versteht man im konkreten Fall „die Ausübung der tatsächlichen Gewalt über Waffen“. Gemeint ist das „bei sich Tragen“ von Waffen außerhalb der eigenen Wohnung, von Geschäftsräumen, dem eigenen befriedeten Besitztum oder einer Schießstätte. 

Für das Aufbewahren einer Waffe in der eigenen Wohnung ist keine waffenrechtliche Erlaubnis (kleiner Waffenschein) erforderlich, ebenso nicht für den einmaligen Transport der ungeladenen Waffe nach dem Kauf zur eigenen Wohnung, erklärt die Polizei weiter. 

Wer die Waffe mitführt, braucht eine Lizenz

Das Mitführen eines solchen Gegenstandes berge erhebliche Gefahren – auch für den Besitzer. Wichtig zu wissen sei deshalb: Das Tragen bei öffentlichen Veranstaltungen ist grundsätzlich verboten. Auch das Abfeuern von pyrotechnischer Munition, etwa an Silvester, ist untersagt. Wer sich für das Tragen einer Waffe entscheidet, der muss sich bezüglich der Beantragung einer Lizenz an die Kreisverwaltung wenden. Der Antragsteller muss mindestens 18 Jahre alt sein. 

Geprüft werden dabei andere waffenrechtliche Erlaubnisse sowie die Zuverlässigkeit und persönliche Eignung zum Führen einer Waffe. Dazu wird auch eine Abfrage beim Bundeszentralregister, dem Staatsanwaltschaftlichen Verzeichnis sowie aus anderen polizeilichen Systemen gemacht. 

Für die Beantragung eines kleinen Waffenscheins entsteht eine Verwaltungsgebühr von derzeit 55 Euro. Polizeibeamte oder sonst zur Personenkontrolle Befugte können das Vorzeigen der Erlaubnis für das Führen der „kleinen“ Waffen einfordern.

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