Kleine Kinderwünsche sollen erfüllt werden

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Erika Ostmeyer und Astrid Lehmann von der Schalksmühler Tafel in Halver freuen sich über die Unterstützung des Allgemeinen Anzeigers und Kult, dessen Vorsitzende Matthias Clever und Lisa Weber die Wünsche einsammeln.

HALVER ▪ Eigentlich sollte kein Halveraner Hunger leiden müssen. Dass dies aber keineswegs der Fall ist, erfahren die Ehrenamtlichen der Schalksmühler Tafel an der Von-Vincke-Straße jede Woche wieder aufs Neue.

Etwa 300 Bürger gehören zu den Kunden, die für einen Obolus die von heimischen Märkten aus den Regalen aussortierten, aber qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs erhalten. Darunter auch viele Kinder. Genau diesen wollen der Verein Kunst- und Literaturtreff und der Allgemeine Anzeiger jetzt in einer gemeinsamen Wunschaktion ein Geschenk machen.

Unter dem Motto „Kinderwünsche werden wahr“ konnten die Jungen und Mädchen im Alter bis 14 Jahren gestern erstmals einen Zettel ausfüllen, auf dem sie einen Wunsch für Weihnachten im Wert von bis zu 20 Euro benennen. Kult und AA setzen darauf, dass sich möglichst auch nächste Woche viele junge Tafel-Besucher zur Ausgabestelle aufmachen und teilnehmen. „Es sind die Kinder, die es vollkommen unverschuldet trifft. Die Kleinen können an ihrer Notlage null Komma null“, erklärt der Kult-Vorsitzende Matthias Clever die Beweggründe für die neue Weihnachtsaktion.

Wie sehr sich die jungen Kunden über Unterstützung freuen, spürt und sieht die Tafel-Aktive Astrid Lehmann bei der Ausgabe. „Die Kinder stehen mit leuchtenden Augen vor der Theke, wenn sie dann eine Tafel Schokolade oder auch nur ein Bonbon bekommen.“ Für viele sei es etwas ganz Besonderes, auch mal etwas für sich allein zu haben. In der Familie müsse das Wenige mit den Geschwisterkindern nun einmal geteilt werden. „Für diese geben wir dann aber auch gerne etwas mit“, lächelt die Ehrenamtliche.

Wie sehr „Dinge des täglichen Bedarfs“ besonders von kinderreichen Familien benötigt werden, weiß ihre Mitstreiterin, die Tafel-Vorsitzende Erika Ostmeyer. „Auch Babynahrung und Windeln werden gebraucht.“ Schließlich seien diese auch wahre Kostentreiber – gerade wenn jeder Euro mehrmals umgedreht werden muss, bevor er ausgegeben werden kann. Denn zu den Kunden der Tafel gehören Menschen mit geringem Einkommen, Hartz IV-Empfänger und andere Hilfsbedürftige. Die Betroffenen können in der Regel für eine Kostenbeteiligung von 2 Euro Lebensmittel aus dem aktuellen Angebot aussuchen.

Da vor Weihnachten das Geld nicht plötzlich mehr wird, aber die Kinder natürlich ihren Wunschzettel für das Weihnachtsfest ausfüllen, wollen der Verein Kult und der Allgemeine Anzeiger den Kleinen einen Extra-Wunsch erfüllen. Es wird auf jeden Fall spannend sein zu sehen, was auf den hoffentlich vielen Zetteln stehen wird. ▪ Marco Fraune

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