Kleiderkammer in Corona-Zeiten

Kleiderkammer: Mehr Spenden durch Corona, weil alle ausmisten

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Prall gefüllt: Die Halveraner Kleiderkammer an der Mühlenstraße.

Halver - Einige Wochen war sie geschlossen, die Kleiderkammer in Halver. Doch Spenden gab es trotzdem viele. 

Blusen auf der einen und Hemden auf der anderen Seite, dazu jede Menge Schuhe. Die Auswahl in der Halveraner Kleiderkammer ist groß, für jeden Interessierten und vor allen Dingen für jeden Anlass ist etwas dabei. „Wir hatten im März und April in Absprache mit der Kirchengemeinde geschlossen. Aber jetzt haben wir wieder die gewohnten Öffnungszeiten“, erklärt Heidi Heßmert, die seit mehr als 20 Jahren zusammen mit ihrem Mann Jürgen die Ansprechperson ist. 

„Mein Mann hat die Aufsicht und macht auch die Dienstpläne“, erklärt die engagierte Ehrenamtliche. Auch in der Zeit des Lockdowns hätte Heßmert zur Verfügung gestanden, ihre Telefonnummer hatte sie am Eingang ausgehangen, falls sich Leute melden und Kleidung benötigen. „Doch bei mir hatte keiner angerufen. Auch meine erste Schicht vor acht Wochen verlief sehr ruhig.“

Für die Kopfbekleidung ist ebenfalls gesorgt.

Jeden ersten und dritten Dienstag zwischen 14.30 Uhr und 16.30 Uhr sind die Pforten der Kleiderkammer an der Mühlenstraße geöffnet. Wie bei allen anderen öffentlichen Einrichtungen wird auch hier das Thema Sicherheit und Mindestabstand in Corona-Zeiten groß geschrieben. Am Kassiertisch werden die Mitarbeiter durch einen Spuckschutz geschützt, zudem dürfen nur zwei Personen gleichzeitig in den engen Verkaufsraum. Die Zeit des Aufenthalts ist dabei auf 15 Minuten begrenzt. Wenn diese abgelaufen ist, klingelt eine Eieruhr. 

Der Andrang wurde größer

„Bei meiner ersten Schicht war diese Variante noch nicht notwendig. Doch bei meiner Kollegin war der Andrang vor zwei Wochen schon größer.“ Dort wurden auch Einlassnummern verteilt, um eine gerechte Reihenfolge zu gewährleisten. Durch Corona ist die Zahl der Spenden nochmals in die Höhe geschnellt. „Die Leute hatten natürlich mehr Zeit als üblich und haben richtig ausgemistet. Dadurch haben wir sehr viele Sachen erhalten. Das Problem ist nur, dass wir keine Lagermöglichkeiten haben und wir deswegen auch einige Sachen aussortieren müssen. Wir haben nur stets zu wenig Handtücher, die werden immer gebraucht.“ 

Kurzarmhemden und Blusen für jeden Anlass.

Zudem wird stets auf die Qualität der Kleidungsstücke geachtet. „Die Sachen sind wirklich gut erhalten und wenn wir Mängel feststellen, werden diese auch aussortiert. Es gibt sogar vereinzelt Sachen, die noch komplett unbenutzt abgegeben werden und an denen noch ein Preisschild hängt.“ Aufgrund der Vielzahl an Angeboten werden auch einzelne Sachen verschenkt oder großzügig verrechnet, aber die meisten Leute legen Wert darauf, für die Kleidung zu zahlen. „Viele legen großen Wert darauf, etwas zu bezahlen, damit es nicht nach Almosen aussieht.“ 

Die Schattenseiten des Lebens

Durch die Arbeit lernt Heßmert auch oft die Schattenseiten des Lebens kennen, aber das Gefühl, anderen Menschen helfen zu können, überwiegt. „Man lernt viele Leute kennen, aber dadurch auch teilweise deren Schicksale. Dennoch sind die meisten Erlebnisse wirklich positiv.

Wenn Sie noch tragbare, saubere Kleidung spenden möchten, können Sie diese während der Öffnungszeiten (jeden 1. und 3. Dienstag im Monat von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr) bei der Kleiderkammer abgeben. Derzeit fehlt es an Kleidung in Übergrößen, Kinderkleidung, Handtüchern und Bettwäsche.

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