„Klar, den Haushalt schmeiß´ ich selbst"

Üppige Blumen und viele Geschenke: Regina Reininghaus, stellvertretende Bürgermeisterin, kam auch zum Gratulieren vorbei. ▪ Weber

HALVER ▪ Sie ist 90 Jahre alt. Sie liest jeden Morgen die Zeitung. Und sie schmeißt ihren Haushalt ganz alleine – den von ihrem Sohn macht sie übrigens noch mit. So ganz nebenbei.

„Waschen, kochen, dass mache ich alles für ihn“, sagt Maria-Anna Lakomek. Gestern hat sie ihren 90. Geburtstag gefeiert. Der Tisch ist reichlich gedeckt – mit Häppchen, Süßem und etwas zum Anstoßen. Die Gläser klirren, das Geburtstagskind herzlich gedrückt. Nachbarn, Freunde Verwandte – Maria-Anna Lakomek steht heute bei allen im Mittelpunkt. Ihr Wohnzimmer füllt sich mit Blumen und Geschenken.

Ein Tag zum Fröhlichsein, der aber auch Platz für Sentimentales braucht. Die Halveranerin erzählt von ihrer Kindheit. Vom Bauernhof in Oberschlesien. Wie gerne sie mit der Sense auf dem Feld geholfen hat. Es gibt gute und schlechte Zeiten, an die sie zurück denkt. Lachen und Weinen. Freude und Trauer.

In Halver lebt die sechsfache Mutter nun auch schon ein halbes Jahrhundert. Zunächst an der Weststraße, 1968 zog sie mit ihrem Ehemann Peter und den Kindern ins eigene Haus am Höveler Weg. 30 Jahre war Maria-Anna Lakomek mit ihm verheiratet, 1979 verstarb ihr Mann.

Die Halveranerin hat nicht nur in der Landwirtschaft gearbeitet, sondern auch bei der Firma Volkenrath, bevor sie sich dann voll und ganz ihren Kindern und dem Haushalt widmete.

Maria-Anna Lakomek war immer eine leidenschaftliche Gärtnerin: Obst, Gemüse – sie hatte alles hinter dem Haus angebaut, gehegt und gepflegt. Der perfekte Ausgleich dazu war das Tanzen. „Ich habe es geliebt“, sagt sie. Ob klassischer Walzer oder leidenschaftlicher Tango – sie beherrschte nahezu alle Stile.

Heute, sagt die 90-Jährige, sei sie nicht mehr so aktiv. Dafür liest sie gerne. Die Zeitung von vorne bis hinten. Und die Nachrichten im Fernsehen, die verpasst Maria-Anna Lakomek auch nicht. Aber am schönsten sei es, so viel Zeit wie möglich mit den Enkeln und dem Urenkel zu verbringen. „Die werden dann natürlich auch so richtig verwöhnt.“ ▪ Lisa Weber

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