Corona in Halver

Kein großer Andrang auf Selbsttests in den Kitas

Corona Selbsttest Kindergarten
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Die Antigen-Schnelltests für Kindergartenkinder erfolgen per Abstrich im vorderen Nasenbereich. Das entsprechende Stäbchen muss also nicht weit in die Nase eingeführt werden.

Die Kitas starten in dieser Woche mit einer Notbetreuung – und mit Selbsttests. Während die Kits mittlerweile in den Einrichtungen angekommen sind, bleiben wieder mehr Kinder zu Hause. Wir haben nachgehört, wie viele Eltern das Testangebot für ihre Kinder nutzen möchten und warum vielleicht auch nicht. Die Kita-Leitungen haben eine andere Priorität.

Halver – Puls fühlen in den Kitas. Die Selbsttests sind in den Einrichtungen angekommen. Nicht unbedingt genau so viele, wie gebraucht würden, und die Lieferung ließ auch auf sich warten. Aber ab kommender Woche erhoffen sich die Einrichtungen mehr Routine im Ablauf. Seit Montag findet in den Kitas ohnehin nur noch eine Notbetreuung statt. Wesentlich kleiner sind die Gruppen trotzdem nicht.

Im DRK-Familienzentrum Juno sind die Gruppen in der Notbetreuung unterschiedlich gefüllt, wie Leiterin Petra Gelhart sagt. Zwei Gruppen sind fast leer, zwei andere Gruppen fast voll. Und die Vorschulkinder, die von der Notbetreuung ausgeschlossen sind, sind alle da. Insgesamt 40. Von den Eltern der anwesenden Kinder haben nicht alle Testkits mitgenommen. „Manche Eltern wollen ihren Kindern die unschöne Situation ersparen.“

Tests sind eine Momentaufnahme

Andere aber gehen sehr entspannt mit der Situation um. Eventuell auch, weil die Eltern aus beruflichen Gründen selbst regelmäßig getestet werden, während andere Eltern noch nie damit in Berührung kamen. Freiwillig bleibt der Test. Verständnis haben die Erzieher für jede Entscheidung, die gegen die Tests gefällt wird. „Die Tests geben ein Stückchen Sicherheit. Für einen Tag. Es ist eine Momentaufnahme“, sagt Gelhart. Nach einem Jahr in Leben und Arbeiten in der Pandemie habe man sich an vieles gewöhnt. Das Arbeiten ist anders, aber mittlerweile routiniert. Ein Großteil der Erzieherinnen ist bereits einmal geimpft.

„Der Impfstopp hat uns eiskalt erwischt.“ Jetzt warten viele Erzieherinnen auf die zweite Impfung, andere noch auf die erste. Manche aber sind auch verunsichert, sagt Gelhart. Wichtig ist allen weiterhin, dass die Kinder eine schöne Zeit haben. „Ihnen wollen wir Sicherheit geben.“ Deshalb überlegt man sich viele Aktionen, die Corona-konform stattfinden können (» Text unten).

Ein Drittel aller Kinder ist in der Notbetreuung

In der Awo-Kita Wunderland war Sybille Haberland nicht überrascht von den Veränderungen. Ungefähr ein Drittel aller Kinder ist in der Notbetreuung. Am Montagmorgen brachte eine Mutter das negative Testergebnis mit zur Kita und zeigte es vor, erzählt die Leiterin der Einrichtung. Eltern müssen das allerdings nicht und die Kitas kontrollieren auch nicht.

Aufgefallen ist auch Sybille Haberland, dass die Testkits vor allem an Eltern herausgegeben wurden, deren Kinder vier oder fünf Jahre alt sind. Eltern von U3-Kindern greifen so gut wie gar nicht auf die Tests zurück. Was nicht bedeute, dass sie verantwortungslos seien. Wie viele Eltern die Tests bei ihren Kindern anwenden, lässt sich aufgrund der Notbetreuung nicht genau sagen. Alles in allem aber, sagt Petra Gelhart, spiegelt sich auch in einer Einrichtung wie einer Kindertagesstätte die Gesellschaft wider.

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