Kita „St. Nikolaus“ schafft Platz für U3-Kinder

Seit 2008 gibt es in der katholischen Kindertagesstätte „St. Nikolaus“ eine U3-Betreuung. Ab August soll es an der Bachstraße sechs weitere Plätze für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren geben. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Gute Nachricht für Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr zwei- bis dreijähriges Kind suchen: Ab dem kommenden Kindergartenjahr wächst das U3-Angebot in Halver um sechs Plätze. Der katholischen Kindertagesstätte „St. Nikolaus“ an der Bachstraße liegen nun auch die letzten erforderlichen Genehmigungen vor, um das Angebot auszubauen – die Einrichtung wächst um 95 Quadratmeter.

„Die Pläne hatten wir schon lange. Aber bis die letzten Details geklärt waren, dauerte es eben“, sagte gestern Einrichtungsleiterin Petra Dörenbach im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass es einen Bedarf an Plätzen für Kinder unter drei Jahren gibt, ist in den heimischen Einrichtungen längst bekannt: Mit Ausnahme des katholischen Kindergartens „St. Georg“ in Oberbrügge, der aufgrund eines zu geringen Raumangebots kein entsprechendes Angebot bereit hält, verfügt jede Kindertagesstätte über solche Plätze. Mit dem jetzt geplanten Ausbau würde es an der Bachstraße indes die meisten U3-Plätze im Stadtgebiet geben: insgesamt zwölf an der Zahl.

Möglich wurde diese Entwicklung aufgrund der seit knapp zwei Jahren leer stehenden Wohnung im Erdgeschoss der Einrichtung. „Wir sind da der Kirchengemeinde sehr dankbar, dass sie bis zur Freigabe der Mittel gewartet hat, ehe die Wohnung neu vermietet wurde“, sagt Petra Dörenbach.

So konnte man nun direkt mit den Arbeiten im Erdgeschoss beginnen: Dort entsteht derzeit ein Ruhe- und Wickelbereich sowie ein großer Personalraum nebst Teeküche und das Büro. Für beides ist künftig im Obergeschoss kein Platz mehr vorhanden, denn: Die einstige Rückzugsmöglichkeit für die neun Mitarbeiterinnen wird ebenfalls in einen Ruheraum umgewandelt, gleiches gilt für das bisherige Büro von Petra Dörenbach. Wie weit die Fortschritte in Sachen U3-Ausbau bereits sind, wird dort deutlich, wo bislang die Personaltoiletten waren: Dort ist bereits ein WC-Bereich für die Kleinsten entstanden – mit zwei Wickelmöglichkeiten, eingebauter Wanne für hartnäckige „Notfälle“ und einer Kindertoilette.

Die neuen Ruhezonen seien gerade für kleine Kinder enorm wichtig, so Dörenbach. Denn eine eigene U3-Gruppe wird es nicht geben, vielmehr werden auch die neuen sechs Zwei- bis Dreijährigen in die bestehenden Gruppen integriert. Neben der Bärengruppe, in der bereits seit 2008 U3-Kinder untergebracht sind, werden die Kleinsten künftig auch in der Igelgruppe vertreten sein. Bei Bedarf können die Erzieherinnen dann in ruhigeren Räumlichkeiten ausweichen.

Um dem erhöhten Betreuungsbedarf für die Jüngeren gerecht zu werden, werden gleich zwei Stellschrauben gedreht: Zum einen wird das Personal um acht so genannte Ergänzungskraftstunden aufgestockt. Zum anderen sinkt die Gesamtzahl der an der Bachstraße betreuten Kinder. Maximal 20 Mädchen und Jungen dürfen in den U3-Gruppen betreut werden. Statt bislang 65 können ab dem Sommer nur noch 63 Kinder in „St. Nikolaus“ angenommen werden.

Mit der Angebotserweiterung will der Kita-Zweckverband des Bistums Essen nicht zuletzt die Vorgaben des Landes erfüllen. Dass die Nachfrage der Eltern nach U3-Plätzen steigt, hat jedoch auch Petra Dörenbach in den vergangenen Jahren erkannt. Nicht zuletzt die steigende Zahl berufstätiger Mütter habe dazu beigetragen. Das schlechte Gewissen, das manch einen quält, wenn er sein Kind früher als vormals üblich in fremde Hände gibt, versuchen die Kita-Mitarbeiterinnen zu zerstreuen. „Wir denken, dass wir hier eine gute Arbeit machen und die Betreuung sich eher positiv auf die Kinder auswirkt. Das merkt man nicht zuletzt an der sprachlichen Entwicklung, die auch die Kleinsten hier machen.“

Insgesamt belaufen sich die Umbau- und Ausstattungskosten für die U3-Betreuung in „St. Nikolaus“ auf rund 80 000 Euro. Etwa zehn Prozent trägt der Zweckverband, der Rest das Land. ▪ Frank Zacharias

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