Kinderwehr keine Option

Spannend statt entspannend: Rund 30 Mitglieder der Jugendfeuerwehr nehmen am Berufsfeuerwehr-Tag teil. Heute erwartet sie so manche Herausforderung. ▪ Weber

HALVER ▪ Zumindest in einigen Teilen des Landes Nordrhein-Westfalen sorgt der demographische Wandel für Nachwuchssorgen auch bei den Freiwilligen Feuerwehren, die im Konkurrenzkampf mit anderen Hilfsorganisationen, kirchlichen Gruppen und Sport- sowie anderen Vereinen stehen.

Grund genug für den Verband der Feuerwehren (VdF) in Nordrhein-Westfalen über die landesweite Einführung einer Kinderwehr nachzudenken – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen nicht erst im Alter ab zehn Jahren, sondern auch darunter spezielle Angebote unterbreiten zu können.

Insbesondere in den größeren Städten, weiß VdF-Sprecher Christoph Schöneborn, fehle den „Blauröcken“ der Nachwuchs. Im ländlichen Raum sieht das aktuell noch besser aus, insbesondere in Halver. Denn die Freiwillige Feuerwehr verfügt über eine der größten Jugendgruppen im südlichen Märkischen Kreis. Fast 50 Jungen und Mädchen stark ist die Halveraner Jugendfeuerwehr.

Aber auch wenn dies derzeit recht gut aussehe, so Feuerwehrchef Stefan Czarkowski gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger, gebe es doch immer wieder eine Fluktuation. Gleichwohl sei die Einführung einer Kinderfeuerwehr, so der Stadtbrandinspektor weiter, keine Option. Schon in der Jugendgruppe gebe es sowohl körperlich als auch geistig sehr große Unterschiede zwischen Zwölf-, 16- und 18-Jährigen, so dass die Leitung der Gruppenstunden schwierig sei.

Dabei werden in Halver keine Zehnjährigen – was seit einigen Jahren durchaus möglich ist – in der Jugendfeuerwehr aufgenommen, sondern erst Kinder im Alter ab zwölf Jahren.

Wenn man jetzt unter Zehnjährige aufnehmen würden, benötige man Personal und Raum – „Das ist nicht zu leisten!“, stellt der Stadtbrandinspektor klar. Und ein Zusammenlegen von Kinder- und Jugendfeuerwehr sei aufgrund der noch größeren Unterschiede zwischen Kinder und Jugendlichen ebenfalls nicht möglich. „Außerdem: An welche Feuerwehr-technischen Geräte wollen wir die Kinder ranlassen“, weist Czarkowski auf die Problematik hin, dass junge Kinder mit den meisten Gerätschaften nicht üben und damit auch nicht ausgebildet sowie beschäftigt werden können.

Grundsätzlich begrüßt der Feuerwehrchef die Initiative des VdF, betont aber, dass man in Halver nicht „unter zwölf Jahren“ gehen könne – darüber habe man, so Czarkowski weiter, natürlich schon in der Wehrführung gesprochen. Die jungen „Blauröcke“, die zur Halveraner Wehr gehören, erleben aber seit gestern Abend wieder den aktionsreichen Berufsfeuerwehrtag. ▪ Det Ruthmann

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