Kinder fragen – Chefs antworten

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Wie wird eigentlich eine Zeitung gemacht? Amarilli, Larissa und Kim blickten hinter die Kulissen des AA. ▪

HALVER ▪ Was macht eigentlich ein Bauer? Wie werden Berliner Ballen gebacken? Was macht ein Feuerwehrmann, wenn es gerade nicht brennt? Und wie entsteht eine Zeitung? Die Stöberkinder wissen es nun. Gestern konnten 102 Grundschüler einen ganzen Tag lang hinter die Kulissen der Arbeitswelt blicken.

Mächtig aufgeregt waren die Kinder am Morgen, denn egal für was sie sich beworben hatten – so hautnah war noch keiner der Viertklässler der Grundschule „Auf dem Dorfe“ und der Schule an der Susannenhöh mit dem Berufsalltag der Erwachsenen in Berührung gekommen. 64 Halveraner Betriebe hatten sich bereit erklärt, Kinder hinter ihre Kulissen blicken zu lassen. Besonders beliebt waren natürlich die Feuerwehr, die Polizei und die Tierauffang-

station. Mächtig überrascht waren die Kinder, wie spannend vermeidlich langweilige Berufe doch sind. Im Kö-Shop gab es beispielsweise jede Menge zu tun. „Man muss wissen, wo welches Buch zu finden ist und auch Kunden beraten, gar nicht so leicht“, berichtet Jana. Bei der Mark-E lernten die Kinder derweil, woher der Strom kommt und wie er bis in die Steckdose zuhause gelangt. Bei der Langlotz GmbH durften die Kinder die Verpackungsmaschine erkunden. Und die Schüler, die bei Escha Bauelemente stöbern durfen, wissen jetzt wofür man eine Rundsteckverbinder braucht.

Manch Erwachsener kam mächtig ins Schwitzen. Denn die Kinder nutzten die Gelegenheit, alles auszuprobieren, überall ihre Nase rein zustecken und den Chefs Löcher in den Bauch zu fragen. „Die Bilder in der Zeitung, werden die gemalt oder wie kommen die so schnell in die Zeitung“, mach ungewohnte Frage mussten die Experten beantworten.

Organisiert haben den Stöbertag Jugendzentrumsleiter Arndt Spielmann mit seinen Helfern und Mitarbeiter der Stadt. Bereits zum elften Mal zogen die Kinder mit den gelben Mützen durch die Stadt. 1997 wurde der Stöber-Tag von einigen Gemeinden erstmals in Nordrhein-Westfalen ausprobiert. Ursprünglich kommt die Idee aus Belgien. „Kinder wollen wissen, was Mama und Papa den ganzen Tag treiben. Die Erwachsenenwelt ist für sie spannend und interessant“, erklärt Spielmann. Der Stöbertag mache die sonst bestehende Grenze zwischen Kinder- und Berufswelt durchlässig. Entscheidend sei, dass die Kinder beim Stöbertag nicht nur zuschauen, sondern auch mitmachen dürfen.

„Auf jeden Fall weiß ich jetzt, warum Papa abends immer auf der Couch sitzt, arbeiten ist wirklich anstrengend“, erzählt Tim. ▪ Lydia Machelett

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