Keine Probleme mit Burkinis an Halveraner Schulen

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In Deutschland sind Burkinis eher selten zu sehen. Beim Schulschwimmen in Halver kommt er so gut wie gar nicht vor, wie eine kurze AA-Umfrage ergab.

Halver - Während die Anschaffung von entleihbaren Burkinis an einer Herner Schule für mediale Aufmerksamkeit sorgt, geht man an den Halveraner Schulen gelassen mit dem Thema um. Ohnehin ist die Zahl der Fälle überschaubar.

„Grundsätzlich gibt es keinen Grund, nicht am Schwimmunterricht teilzunehmen“, sagt Reiner Klausing, Leiter der Humboldtschule. „Wir haben im Moment eine Schülerin, die im Burkini teilnimmt.“ Diese Form der Badebekleidung, die bis auf Gesicht, Hände und Füße den ganzen Körper bedeckt, müsse von den Eltern besorgt werden, sagt Klausing. Probleme gebe es dabei nicht. „Bisher konnten wir in Gesprächen mit den Eltern immer deutlich machen, dass der Schwimmunterricht eine schulpflichtige Aufgabe ist.“ Andere Maßnahmen habe man in puncto Schwimmunterricht noch nicht ergreifen müssen und man hoffe, dass das auch so bleibt.

Im Zweifel würde nach Gesetzeslage gehandelt

„Wir haben solche Fälle nicht“, sagt dagegen Paul Meurer, Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums. Und was wäre, wenn die Teilnahme am Schwimmunterricht verweigert wird? „Wir würden dann nach der Gesetzeslage handeln und auch Rücksprache mit der Bezirksregierung halten.“ Und natürlich würde man in einem solchen Fall auch mit den Eltern pädagogische Gespräche führen. An der in zwei Jahren auslaufenden Realschule sei der Schwimmunterricht kein Thema mehr, da dieser nur in den Jahrgängen 5 und 6 stattfand, teilt Schulleiter Friedhelm Schröder mit; aktuell gibt es an der Schule noch die Jahrgänge 8, 9 und 10.

Und wie sieht es an den Halveraner Grundschulen aus? „Zwei Mädchen haben einen Burkini mit kurzen Ärmeln und Hosen“, sagt Petra Schreiber, Leiterin der Grundschule Auf dem Dorfe, zum Thema Burkinis im Schwimmunterricht. Die Anzüge hätten auch in diesem Fall natürlich die Eltern besorgt. „Man sieht das kaum, das ist sehr gemäßigt und auch in einer netten Farbe“, sagt Schreiber. Fälle von Schwimmverweigerung aus religiösen Gründen habe man seit mindestens sechs Jahren nicht gehabt.

Kompromiss mit Eltern führte zur Lösung

Monika Lauterbach, Leiterin der Lindenhofschule, weiß auch von keinen aktuellen Fällen zu berichten: „Im Moment nehmen alle Kinder am Schwimmunterricht teil.“ Es liege fünf oder sechs Jahre zurück, dass Eltern gegen eine Teilnahme der Tochter am Schwimmunterricht waren. Dort habe man aber ebenfalls einen Kompromiss gefunden, sagt Lauterbach, auch ohne Burkini, die damals noch nicht weit verbreitet waren. „Das Mädchen trug ein Schwimm-T-Shirt, sodass die Schultern bedeckt waren, und eine lange Schwimmhose, wie Jungs sie tragen. Damit war das dann auch kein Thema mehr.“

„Hier machen alle Kinder mit“, sagt auch Bernd Ritschel, Leiter der Grundschule Oberbrügge. Den Fall, dass Eltern ihr Kind aus religiösen Gründen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen lassen wollten, habe es dort noch nicht gegeben. „Aber wir sind ja auch eine sehr kleine Schule.“

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