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Keine Maskenpflicht mehr in Schulen im MK - Lehrer sind zwiegespalten

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Von: Sarah Lorencic

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Eine Schülerin einer 4. Klasse hebt im Unterricht an der Grundschule Russee in Kiel die Hand.
In den Schulen in NRW wurden nun Lockerungen beschlossen. So soll die Maskenpflicht auf den Sitzplätzen ab dem 2. November entfallen. (Symbolbild) © Gregor Fischer/dpa

Im Unterricht ohne Maske. Das ist ab Dienstag, 2. November, wieder erlaubt. Die Lehrer sind zwiegespalten. Freuen können sie sich aus mehreren Gründen nicht.

Halver – Die Masken fallen. Die Landesregierung hat entschieden, die Maskenpflicht in den Schulen für alle Jahrgänge ab dem 2. November auch in den Unterrichtsräumen am Sitzplatz aufzuheben. Im Klassenzimmer oder auf den Schulfluren muss die Maske weiterhin getragen werden.

Monika Lauterbach sagt, man sollte den „Schritt wagen“. Die Leiterin der Lindenhofschule ist der Meinung, dass Schulen Orte sind, an denen man sicher ist. Weiterhin werde getestet und auf Abstände geachtet. Jetzt sei ein Zeitpunkt erreicht, an dem es vertretbar ist, auf die Masken am Sitzplatz zu verzichten. Der Mehrwert für Schüler sei groß. Für die Schüler sei es wichtig, Mimik und Gestik wieder zu sehen. Vermitteln könne man ohnehin nicht mehr, warum gerade die Schüler noch Masken am Platz tragen müssten, während die Pflicht in Restaurants oder Fußballstadien nicht mehr besteht. Auch die Kinder bräuchten ein Stück mehr Normalität.

Ja, aus pädagogischer und entwicklungspsychologischer Sicht sei das Fallen der Maskenpflicht am Sitzplatz zu begrüßen, sagt Reiner Klausing. Der Leiter der Humboldtschule sieht die Lockerung trotzdem noch kritisch. „Was ist mit Infektionszahlen und Inzidenzen?“ Die Impfquoten bei Schülern seien noch sehr gering an der weiterführenden Schule, auch wenn Kinder ab zwölf Jahren geimpft werden können.

Und auch von der Handhabe her sei es jetzt wieder deutlich schwieriger. Wenn keine Masken am Platz getragen werden müssen, müssen eventuell wieder feste Sitzpläne erstellt werden. Bei Gruppenarbeiten bestehe dann trotz allem die Maskenpflicht. Unklar ist daher, wer in Quarantäne geschickt wird, falls ein Klassenkamerad positiv getestet wurde. Bisher war es nur noch der Infizierte selbst. Mit der neuen Regelung könnten es auch wieder mehr werden, befürchtet Klausing und erhofft sich in den wenigen Tagen bis Dienstag Antworten.

Monika Lauterbach kann für ihre Schule sagen, dass seit der Einführung der Schülertests bisher nur ein einziger Pool positiv war. Die Tests bieten Sicherheit.

Freiwillig dürfte jeder Schüler seine Maske weiter tragen, wenn er es möchte. Pubertierende Schüler, vermutet Klausing, werden das eventuell auch. „Sie tragen die Masken nicht aus Angst vor Corona, sondern aus Angst, ihr Gesicht zu zeigen.“ So beobachte der Schulleiter vermehrt, dass gerade Mädchen in der Pubertät die Masken tragen, um sich nicht zu zeigen. Grundsätzlich aber freue sich auch das Kollegium der Sekundarschule, die Schüler mit Gesicht zu sehen. Die Fünfer und Sechser kenne man gar nicht ohne Maske. „Wie gesagt, aus pädagogischer und entwicklungspsychologischer Sicht ist das gut, aber es gibt auch Fragen.“

Zwiegespalten sind auch die Lehrer an der Regenbogenschule, wie Martin Scherer sagt. Die Mehrheit begrüße die Entwicklung. Seien es doch vor allem die Kinder gewesen, die in den vergangenen anderthalb Jahren die Leidtragenden waren. „Sie haben es verdient“, sagt der Grundschullehrer. Sorgen aber bleiben dennoch. Auch bei den Eltern wird es noch zum Thema werden, vermutet Scherer, wenngleich zwei PCR-Tests wöchentlich in den Grundschulen einiges an Sicherheit mit sich bringen.

Paul Meurer vom Anne-Frank-Gymnasium kommentiert die Entscheidung nicht. „Wir setzen das jetzt um“, sagt der Schulleiter. Auch Meurer stellt sich die Frage, wie das Gesundheitsamt im Falle eines positiven Falls an der Schule Quarantäne anordnen wird. Unterm Strich war das Gymnasium nie stark betroffen, sagt Meurer. Akzeptieren müssen nun alle, wenn jemand freiwillig eine Maske trägt. Das müssten dann nicht zwangsläufig ungeimpfte Schüler sein, sondern eher solche, die sich und andere dennoch schützen wollen auch vor anderen Krankheiten. Geimpft sind die Lehrer zu 100 Prozent, sagt Meurer. Bei den Schülern werden es auch immer mehr. Sorgen bereiten ihm Erkältung und Grippe. Deren Verlauf sei jetzt heftiger.

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