Keine Investitionen mehr: Kaum Zukunft für Kirche St. Georg

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Die Filialkirche St. Georg in Oberbrügge wird laut des Pfarrei-Magazins „Netzwerk“ auf Dauer nicht mehr genutzt.

Halver/Oberbrügge - Schon mittelfristig könnte es in Oberbrügge keine katholische Kirche mehr geben. Die Katholische Pfarrei Christus König wird Investitionen in ihre Filialkirche St. Georg unterlassen.

Die derzeitigen Überlegungen im Pfarreientwicklungsprozess fasst die aktuelle Ausgabe des Pfarreimagazins „Netzwerk“ zusammen: „Die Filialkirche St. Georg sowie das jetzt schon nur zu kleinen Teilen nutzbare Pfarrheim werden auf Dauer nicht mehr von der Pfarrei genutzt. Sie stehen ab etwa 2020 auf Kategorie C (siehe Infobox) und könnten auf Dauer verkauft beziehungsweise abgerissen werden“, schreibt Pfarrer Claus Optenhöfel über den Stand der Überlegungen. 

Zurzeit wird in der Kirche samstagabends die Vorabendmesse gehalten, eine Seniorengruppe und die kfd nutze noch das Gebäude. Für alle Angebote bestünden aber Ausweichmöglichkeiten, beispielsweise das Bürgerhaus und das evangelische Gemeindehaus. Angebote für Jugendliche und Familien würden dagegen schon seit zehn Jahren in Halver unterbreitet. 

Eine formale Beschlusslage gebe es allerdings noch nicht, erläutert Optenhöfel weiter. Am Samstag, 18. November, tagen Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand und werden anschließend ein Votum abgeben, das bekanntgemacht und dem Bischof übergeben wird. Dr. Franz-Josef Overbeck werde dieses Votum bestätigen oder aber erneut das Gespräch mit der Pfarrei suchen. 

Veränderungen auch andernorts

Denn für die Katholiken in Halver, aber auch aus den weiteren Gemeinden in Schalksmühle, Hagen-Dahl und Breckerfeld, stehen in den kommenden Jahren erhebliche Veränderungen an. Welche Angebote unterbreitet werden können, hängt stark von den laufenden Kosten und damit von der Gebäudeunterhaltung ab. 

Spricht sich eine Pfarrei für den langfristigen Erhalt von Gebäuden aus, muss sie nun die nötigen Rücklagen selbst bilden. Doch je höher der Finanzbedarf für die Immobilien, desto weniger Geld steht für Personal zur Verfügung, so die Rechnung. 

Gesetzt ist auf jeden Fall die Kirche samt Pfarrhaus Christus König in Halver. Beide finden sich in der Kategorie A. Das gilt auch für die denkmalgeschützte Kirche St. Jakobus in Breckerfeld, allerdings nicht uneingeschränkt für das dortige Gemeindehaus (Kategorie B). Ähnlich verhält es sich mit Schalksmühle, wo Kirche, Pfarrsaal, Gemeindehaus samt Bücherei zunächst erhalten bleiben, ab 2020 aber auf Kategorie B gesetzt werden sollen. 

Drei Kategorien

Im Pfarreientwicklungsprozess zur künftigen Ausrichtung der Gemeinden werden drei Kategorien zum Gebäudebestand unterschieden: 

Kategorie A: Das Gebäude soll auf Dauer, also mindestens bis 2030, von der Pfarrei genutzt und in gutem Zustand erhalten bleiben. 

Kategorie B: Die Notwendigkeit des Gebäudes für das Gemeindeleben ist mittelfristig zu überprüfen. Eine Standortzusage über zehn Jahre hinaus ist nicht möglich. 

Kategorie C: Das Gebäude scheint nicht unbedingt notwendig. Das Gemeindeheim sollte geschlossen werden. Kirchen könnten dann auch profaniert (entweiht) und anders genutzt werden. Das Pfarrhaus wird vermietet.

Personelle Konsequenzen 

Wird diese Planung aufrechterhalten, bedeutet das allerdings, dass ab dem Jahr 2020 auch personelle Konsequenzen anstehen. Wenn dann Angestellte wie Küster, Hausmeister, Mitarbeiterinnen in Pfarrbüros und Kirchenmusiker in Pension gehen, können die Stellen nur zu einem Drittel wiederbesetzt werden, wenn der Haushalt ausgeglichen bleiben soll.

 Dabei werde zu entscheiden sein, welche Stellen mit welchem Anteil von Bedeutung sind, schreibt Optenhöfel. Für ihn stelle sich die Frage, noch mehr auf Menschen und weniger auf Gebäude zu setzen. Es werde Aufgabe der Gremien sein, darauf bis November eine Antwort zu finden.

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