Keine Chance dem Langeweile-Monster

Vor dem Arbeitsleben in Halvywood, der Stadt in der Stadt hieß es erst einmal anstehen vor dem Arbeitsamt, um einen Job zu bekommen. Foto_: Ruthmann

HALVER ▪ Für viele Kinder aus Halver ist es die Möglichkeit, auch ohne Reise abwechslungsreiche Ferien zu erleben. Für berufstätige Eltern dagegen die Gewissheit, ihre Schützlinge in guten Händen zu wissen: Gestern starteten gleich zwei Ferienspaßaktionen in der Stadt im Grünen – sowohl im Jugendzentrum als auch in der Katholischen Christus-König-Gemeinde wurden insgesamt mehr als 160 Kinder begrüßt.

Dabei geht der Ferienspaß an der Hermann-Köhler-Straße bereits auf eine lange Tradition zurück: Seit mehr als 30 Jahren haben Mädchen und Jungen zwischen sechs und zwölf Jahren die Möglichkeit, ein paar spannende Tage zu erleben – gemeinsam mit Freunden, aber auch neuen Gesichtern. Und einige von denen, die die Aktion heute als Betreuer begleiten, waren vor Jahren selbst ein Ferienspaßkind.

Ferienspaß in Halver

Und so tummelten sich pünktlich um 9 Uhr 80 Kinder mit ihren Eltern auf dem Kirchvorplatz und harrten der Dinge, die da auf sie zukommen – und zwar aufmerksam beobachtet von den 15 Betreuern, die in ihren hellgrünen T-Shirts mit Namensaufdruck gar nicht zu übersehen waren. In der Kirche wurden die jungen Teilnehmer dann singender und erzählender Weise begrüßt und vom Team willkommen geheißen – schließlich möchte man in den kommenden Tagen gemeinsam das „Langeweile-Monster“ bekämpfen.

Dabei wird es inhaltlich um das Thema „Füße“ gehen – um die Fragen, wohin sie die Menschen tragen, warum sie manchmal weh tun und wie sie einen im Leben begleiten. Und was könnte da zu Beginn nahe liegender sein als eine Wanderung? Sie führte die Ferienspaßkinder und ihre Betreuer nach dem gemeinsamen Frühstück zum Hof Tacke, wo ein bunter Spiele-Tag, der nicht zuletzt dem Kennenlernen dienen sollte, auf die Mädchen und Jungen wartete. Während morgen und am Freitag Ausflüge in den Dortmunder Zoo sowie zum Ketteler Hof auf dem Programm stehen, wird heute Halver erkundet – in Form einer Stadtrallye.

Rund 85 Kinder waren es im Jugendzentrum, die von Arnd Spielmann, Beate Kolb und weiteren 20 Helfern begrüßt wurden. Gleich danach bildeten sich wieder lange Schlangen vor dem Arbeitsamt und der Bank von „Halvywood“. Denn die Mädchen und Jungen besorgten sich nicht nur Geld, sondern auch einen Arbeitsplatz in der Stadt in der Stadt.

Bereits zum vierten Mal wird vom Jugendzentrum, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, die Aktion „Halvywood“ durchgeführt. Die Mädchen und Jungen haben ihre eigene Währung, müssen dafür natürlich arbeiten und können sich Jobs in einer Gärtnerei, Schreinerei, im Reisebüro, beim Goldschmied, im Restaurant, in einer Schneiderei, Bäckerei mit Café, Saftbar, Fahrschule, Post, Plakatwerkstatt, Zeitung und in einer Wellnessoase besorgen und ebenso wechseln. Natürlich gibt es auch die Bankangestellten und die Müllmänner oder -frauen. Ebenso Arbeitslose, denn auch in Halvywood gibt es nicht so viele Arbeitsstellen wie Bewohner.

Bis zum kommenden Freitag werden die Mädchen und Jungen die Ferienstadt „Halvywood“ mit viel Leben füllen. Dass die Kinder viel Spaß bei den unterschiedlichsten Aufgaben und Arbeiten haben, konnte man gestern schon sehen. Schließlich wollen sich die Bewohner von Halvywood gut auf den kommenden Freitag vorbereiten, wenn sich die Tore der Stadt auch für Besucher (Eltern und Großeltern) öffnen. ▪ Det Ruthmann

und Kerstin Zacharias

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